Von diesem verfallenen Haus an der Schulstraße hat sich ein mehrere Meter großes Stück Putz gelöst. Es krachte auf den Bürgersteig. Fußgänger sollten derzeit besonders aufpassen. Weitere Abbrüche drohen.
Foto: Stadtverwaltung
Riesiges Stück Putz kracht auf Bürgersteig
Stadt fordert Eigentümer zum sofortigen Handeln auf - Absperrung trotz der Gefahr weiterer Abbrüche entfernt - Gebäude steht seit Jahren leer
Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal. Ein etwa fünf Meter langes und drei Meter hohes Stück Putz ist am Dienstag auf einen Fußweg an der Schulstraße gekracht. Verletzt wurde niemand. Das Stück stammt von der Giebelseite eines baufälligen Hauses nahe des Zillplatzes. Die Schulstraße wurde komplett gesperrt.
"Der Eigentümer hat den abgefallenen Putz bereits beseitigt", sagte Birgit Bodach, stellvertretende Leiterin des Bauordnungsamtes der Stadt. Zudem sei er zum sofortigem Handeln aufgefordert worden. Von dem Haus droht weiterer Putz abzufallen. Ein langer Riss zieht sich durch ihn. "Das ist nur eine Frage der Zeit. Irgendwann fällt wieder etwas herunter", so Bodach.
Der Eigentümer habe zum Beispiel die Möglichkeit, den restlichen Putz abzuschlagen oder ihn zu befestigen. Der Putz sei auf Sauerkrautplatten aufgebracht. Diese ließen sich festnageln, so Bodach. In den kommenden Tagen soll die Gefahrenstelle beseitigt werden. Tut sich nichts, könne ein Zwangsgeld verhängt werden. "Das wird nicht nötig sein. Der Eigentümer zeigt sich kooperativ."
Durch den Putz zieht sich ein langer Riss. Foto: Stadtverwaltung
Obwohl weitere Stücke runterfallen können, ist die Sperrung aufgehoben worden. "Es bringt nichts, nur den Fußweg zu sichern. Bei der Höhe können Stücke auch auf die Straße fallen. Eine Vollsperrung der Schulstraße wollten wir vermeiden. Das ist immer abzuwägen", sagt Birgit Bodach. Der Putz sei heruntergekommen, da an der rechten Seite des Hauses Dachziegel fehlen. Dadurch habe es zwischen Putz und Wand regnen können. Auf der linken Seite sind laut der stellvertretenden Amtsleiterin die Ziegel noch vorhanden. "Von unten kann es nicht heran regnen. Das Risiko ist somit geringer."
Eigentümer des Hauses ist Bernd Bammler, bekanntes Mitglied des Geschichtsvereins der Stadt. Wie es mit der Fassade weitergeht, weiß er noch nicht so genau. Der 58-Jährige will sich erst mit der Stadtverwaltung zusammensetzen und die Möglichkeiten beraten. Auch einen Abriss des Hauses kann er sich vorstellen. "Auf jeden Fall kann man die Wand nicht so lassen", sagte er. Das Gebäude hatte Bammler erworben, um Miete zu sparen. Vor rund zehn Jahren war in ihm seine Fahrschule untergebracht. Im Erdgeschoss gab es ein Fotogeschäft.