Schlagloch Kraterlandschaft in Rödlitz. Auf der Hauptstraße sind die Schlaglöcher teils so tief, dass sich in ihnen Pfützen bilden.

Foto: Andreas Kretschel

Schlaglöcher bereiten Kopfzerbrechen

Start für Flickerei nach hartem Winter - Städte haben noch keinen Überblick über sämtliche Schäden

Hohenstein-Ernstthal/Lichtenstein/Oberlungwitz. Hohenstein-Ernstthal/Lichtenstein/Oberlungwitz. Schäden, die der Winter auf den Ortsstraßen hinterlässt, sorgen in den Städten der Region für Kopfzerbrechen. Über eines sind sich alle Stadtoberhäupter einig: Es muss schnell eine Bestandsaufnahme geben. Und: Die Flickerei wird diesmal teuer.

Dabei wurde in Lichtenstein schon mit Ausbesserungen begonnen. Der Bautrupp war bereits vor einer Woche auf der Rödlitzer Straße im Einsatz, sagt Jörg Wusowski, der für die Straßeninstandhaltung verantwortlich ist. Früher sei das gar nicht möglich gewesen, weil erst seit wenigen Tagen Heißbitumen ausgeliefert werde. Noch seien allerdings längst nicht alle Schlaglöcher auf dieser Straße beseitigt worden. Ebenfalls dringender Handlungsbedarf besteht auf der Hauptstraße im Ortsteil Rödlitz. Aber auch auf einem Teilstück der Ringstraße müsse schnell gehandelt werden. Weitere Schwerpunkte sind die Straßen in der Ernst-Schneller-Siedlung. Des Weiteren besteht laut Wusowski auf der Hartensteiner Straße großer Bedarf. "Dort ist aber der Freistaat für die Beseitigung der Winterschäden zuständig."

Weniger dramatisch sehen Hohenstein-Ernstthals Oberbürgermeister Erich Homilius (parteilos) und der Oberlungwitzer Bürgermeister Steffen Schubert (parteilos) die Situation auf den Straßen, die im Zuständigkeitsbereich der Kommunen liegen. "Wir werden erst einmal die Schäden aufnehmen, die Situation beurteilen, Prioritäten festlegen und dann loslegen", sagte Schubert. Für Straßeninstandsetzung sind insgesamt 60.000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen Leistungen des Bauhofes. Hierfür stehen weitere 23.800 Euro zur Verfügung. Wie das Geld verteilt wird, entscheidet letztlich der Technische Ausschuss des Stadtrates in einer seiner nächsten Sitzungen. Allerdings machte Schubert eine Einschränkung, was das Ausbessern der Straßen betrifft: "Auf dem Südbauernweg ist mehr erforderlich, als nur ein Schlagloch zu flicken."

Recht locker nimmt Homilius die Sache. "Jeden Winter ist etwas kaputt, diesmal eben ein bisschen mehr", sagte er der "Freien Presse". Allerdings werde überprüft, ob man nicht künftig für die Ortsstraßen Gussasphalt verwenden sollte. "Der hält dreimal länger, ist aber nur etwa ein Drittel teurer als herkömmlicher Straßenbelag", sagte Homilius. Trotzdem gibt es auch in der Karl-May-Geburtsstadt viel zu tun. Dringenden Handlungsbedarf sieht Bauhofleiter Manfred Dietz an der Tal-, Zechen- und Sonnenstraße sowie an der August-Bebel-Straße. Aber Fakt sei eines: "Wir können nur flicken." Dafür stehen 75.000 Euro zur Verfügung. "Vergangenes Jahr haben wir 45.000 Euro benötigt. Das sieht also gar nicht schlecht aus."

Für die kreiseigenen Straßen in den Städten und Gemeinden stehen für Instandsetzungsarbeiten im gesamten Landkreis Zwickau gerade mal 500.000 Euro zur Verfügung, sagte Pressesprecherin Ilona Schilk auf Nachfrage. Neben dem Ausbessern von Schäden müssen von diesem Geld aber auch der Grünschnitt und die Reinigung finanziert werden. Einen Überblick über das tatsächliche Ausmaß hat der Kreis noch nicht. Vor dem Ende der Frostperiode werde mit den Reparaturen auch nicht begonnen.

 
erschienen am 11.03.2010 ( Von Jens Arnold )
 
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