Schnelles Internet kommt langsam

Studie für Gemeinde Callenberg wird vorgestellt - Von Bürgern wird Geduld erwartet

Callenberg. Callenberg. Seit Juli besteht in Grumbach die Möglichkeit, übers Fernsehantennenkabel auch den Zugang ins so genannte schnelle Internet zu erhalten. Mit dieser Lösung nimmt der Ort eine Vorreiterrolle innerhalb der sieben Callenberger Ortsteile ein. Bis auch die anderen Orte problemlos das schnelle Internet nutzen können, wird noch viel Zeit vergehen. Das ist das Ergebnis einer Einwohnerversammlung. Dazu wurde am Montagabend in die Aula der Langenberger Grundschule eingeladen.

Uwe Hofmann, Mitarbeiter der in Chemnitz ansässigen Tele-Kabel-Ingenieurgesellschaft (TKI), hat die Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse zur Breitbandversorgung vorgestellt. Dies zu ermitteln, hatte die Gemeinde die TKI beauftragt. Das Ergebnis: "Die Gemeinde Callenberg ist flächendeckend mit dem Zugang zum Breitband-Internet unterversorgt. Das stellt man in dieser Form nur selten fest", sagte Hofmann. Ursache sei, dass es keinen Hauptverteiler für die notwendigen Kabel gibt. "Diese befinden sich ringsum die Gemeinde in Hohenstein-Ernstthal, Limbach-Oberfrohna und Waldenburg und damit zu weit weg von den Abnehmern."

Auf der Grundlage der Analyse der TKI könnte die Gemeinde Fördermittel für den Ausbau des Netzes für den schnellen Internetzugang beantragen. Bis zu 200.000 Euro pro Ortsteil müssten an Kosten eingeplant werden, sagte Hofmann. Zehn Prozent der Kosten müsste die Gemeinde übernehmen. Bei sieben Ortsteilen wäre das ein Eigenanteil von bis zu 140.000 Euro.

Doch selbst, wenn die Gemeinde das Geld aufbringe, brauchen die Bürger Geduld. Denn Hofmann geht davon aus, dass für das Verlegen der Kabel für den Breitband-Anschluss durchaus ein Jahr Zeit ins Land gehen wird. Hinzu kommt die Zeit, bis überhaupt mit den Arbeiten begonnen werden kann.

In Callenberg soll dazu eine Arbeitsgruppe gebildet werden, sagte Bürgermeister Andreas Matthäi (Freie Wähler). Nachdem die TKI-Studie bereits in Reichenbach und am Monatg in Langenberg vorgestellt worden ist, werden nun noch die Einwohner aus Langenchursdorf und Umgebung informiert. Danach wird diese Arbeitsgruppe ihre Arbeit aufnehmen. Sie hat unter anderem die Aufgabe zu entscheiden, in welchem Ortsteil möglicherweise besonders schnell und wo eventuell gar nicht gehandelt werden soll.

Stichwort

Ein Breitband-Internet-Anschluss ist ein Zugang zum Internet mit verhältnismäßig hoher Datenübertragungsrate (Bandbreite) von einem Vielfachen der Geschwindigkeit älterer Zugangstechniken wie der Telefonmodem- oder ISDN-Einwahl.

 
erschienen am 07.09.2010 ( Von Jens Arnold )
 
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