Günther Engemann Günther Engemann: "Der Tunnel ist für uns wie eine Lebensader."

Foto: Andreas Kretschel

Tunnel gesperrt: Rentner kämpft für Ersatz

Hohenstein-Ernstthaler findet sich mit Planungen beim Schienenbau nicht ab

Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal. Günther Engemann ist verzweifelt. Der 88-Jährige lebt im Haus für betreutes Wohnen an der Schützenstraße und versucht, trotz seines Alters so mobil wie möglich zu bleiben. Das gilt auch für andere ältere Bewohner dieses Ortsteiles, sagt er.

Deshalb ist die Nachricht, dass die Deutsche Bahn AG ab Mai plant, den Fußgängertunnel, der den südlichen Stadtteil mit dem Ortszentrum verbindet, ein Jahr lang zu sperren, für Engemann eine Katastrophe. Zur Sparkasse oder zur Apotheke laufe er immer noch selbst. Das sei dann nicht mehr möglich. Denn Menschen in seinem Alter würden so riesige Umwege, die entweder über die Lungwitzer Straße oder vorbei am Kreisverkehr an der Goldbachstraße führen, nicht mehr schaffen. Das sei zu anstrengend.

"Der Tunnel ist für uns wie eine Lebensader. Man kann die Leute doch nicht ein Jahr lang von der Stadt abschneiden", sagt Engemann. Er will dafür kämpfen, dass die Deutsche Bahn eine Lösung findet, die es Fußgängern auch während der Bauzeit ermöglicht, auf möglichst kurzem Weg den Schienen-bereich passieren zu können.

Aus diesem Grund hat er sich am Donnerstag bei Oberbürgermeister Erich Homilius (parteilos) im Rathaus angesagt. Ihm will er das Problem persönlich schildern. Günther Engemann hofft nicht nur auf Verständnis, sondern erwartet von Homilius, dass er sich mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG bezüglich dieser Problematik noch einmal an einen Tisch setzt.

Das Bahnunternehmen erneuert ab sofort bis voraussichtlich Herbst kommenden Jahres auf zirka sieben Kilometern Länge den Streckenabschnitt zwischen Hohenstein-Ernstthal und St. Egidien. In diesem Zusammenhang werden in Hohenstein-Ernstthal auch die Brücken an der Lungwitzer Straße und am Kreisverkehr sowie der Fußgängertunnel unweit des Bahnhofs erneuert.

 
erschienen am 03.03.2010 ( Von Jens Arnold )
 
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