Minibus Auch im Erzgebirge werden die Minibusse getestet. In Oberwiesenthal zogen sie bereits viele Blicke auf sich. Anfang des kommenden Jahres startet nun der erste Minibus im Hohenstein-Ernstthaler Stadtverkehr.

Foto: BVO

Unternehmen schickt Minibus in die Spur

Fahrzeug mit 30 Sitzplätzen rollt ab kommendem Jahr durch Hohenstein-Ernstthal - Einsatz für Lichtensteiner Schüler wird noch geprüft

Hohenstein-Ernstthal/Lichtenstein. Hohenstein-Ernstthal/Lichtenstein. Ein neuer Minibus mit 30 Sitzplätzen soll ab nächstem Jahr in Hohenstein-Ernstthal Fahrt aufnehmen und seine Gäste quer durch die Stadt befördern. Die Autobus-Sachsen will mit dem kleinen Fahrzeug vor allem Kosten sparen. Bereits im Juni sei ein Testbus in Hohenstein-Ernstthal unterwegs gewesen, sagte David Joram, Prokurist des Unternehmens.

Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen, BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge, wurde eine Woche lang untersucht, ob die Minibusse für den Stadtverkehr geeignet sind. "Es dürfen nicht zu viele Fahrgäste sein. Wir brauchen zudem einen Puffer", so Joram.

Die Ergebnisse seien positiv ausgefallen. Als Linie 2 soll der Minibus am Bahnhof starten und unter anderem über den Altmarkt, die Friedrich-Engel-Straße und die Hüttengrundstraße fahren. Zum Teil werde er auch als Linie 1 unterwegs sein, zwischen dem Bahnhof und Wüstenbrand.

"Die meisten Leute waren sehr aufgeschlossen. Es gab aber natürlich auch kritische Stimmen, die lieber den großen Bus behalten wollen", so Joram. Eines der zwölf Meter langen Fahrzeuge werde außer Betrieb genommen. So will das Unternehmen die Kosten senken. Etwa 30 Liter verbraucht ein normaler Bus auf 100 Kilometern. Rund die Hälfte ist es beim kleinen Bruder. Er benötigt schließlich nicht 220 Pferdestärken, sondern nur 150. Zudem seien die Wartungskosten geringer. Etwa 4500 Euro spart das Busunternehmen so im Jahr.

Das Geld werde dringend gebraucht, sagt Roland Richter. Er ist Geschäftsführer der beiden Schwesterfirmen. In diesem Jahr habe der Freistaat bislang kein Fördergeld für die Neuanschaffung von Bussen zugesagt. 200.000 Euro kostet ein normaler Linienbus. Etwa die Hälfte schoss das Land bislang zu. Die Minibusse sind billiger. Sie kosten 110.000 Euro. Damit ist zwar die Investition wegen der fehlenden Förderung höher. Die geringeren Spritkosten gleichen dies jedoch aus.

Überall geht die Rechnung nicht auf. Dort, wo es zu viele Fahrgäste gibt, werden auch künftig keine Minibusse fahren. Insbesondere beim Schülerverkehr ist der Einsatz oft nicht möglich. Erst noch untersucht wird die Strecke Stollberg/Lugau, Oelsnitz, Hohndorf, Rödlitz, Lichtenstein. Sollten die Schülerzahlen niedriger als die Anzahl der Sitzplätze sein, komme dort ein weiterer Minibus zum Einsatz, so Joram. Schon im Frühjahr könnte er starten. "Es müssen aber die Lieferzeiten der Hersteller beachtet werden", sagte Richter. "Sie betragen etwa ein halbes Jahr." Die Minibusse seien aufwändige Spezialanfertigungen auf Transporterbasis. Da es sich um Niederflurfahrzeuge handelt, sind sie behindertengerecht.

 
erschienen am 28.07.2010 ( Von Georg Müller )
 
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