Verband kümmert sich nicht mehr um Gewerbegebiete
Neue Struktur des Zweckverbandes Sachsenring nur noch auf touristische Entwicklung ausgerichtet
Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz.
Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz. Die Städte Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz entwickeln ihre Gewerbegebiete nicht mehr gemeinsam. Das ist das Ergebnis eines Vertrages, den Erich Homilius, Oberbürgermeister von Hohenstein-Ernstthal und Vorsitzender des Zweckverbandes Sachsenring, sowie der Oberlungwitzer Bürgermeister Steffen Schubert (beide parteilos) am Montag unterzeichnet haben.
Damit ist für weitere Kommunen der Weg freigemacht, sich in den Zweckverband einzubringen. Dieser fühlt sich nun nur noch der touristischen Entwicklung des Standortes der Gewerbegebiete Sachsenring I und II verpflichtet. Auf diese Weise soll die Finanzierung des Ausbaus der Infrastruktur auf breitere Schultern verteilt werden, sagte Homilius. Jede Kommune könne nun Mitglied werden. Vor allem aber liegen die Hoffnungen beim Landkreis Zwickau. Der hält sich bisher zur Problematik allerdings noch bedeckt.
Dass damit die Zusammenarbeit der beiden Städte bei der Entwicklung der Gewerbegebiete beendet ist, hat seinen Grund: "Nach der bisherigen Regelung hätten sich neue Zweckverbandsmitglieder auch an der gewerblichen Entwicklung der Gebiete unserer beiden Städte beteiligen müssen. Das würde sicher niemand tun", sagte Homilius.
1993 war der Zweckverband zwischen den zwei Nachbarstädten mit dem Ziel gegründet worden, die beiden Gewerbegebiete zu planen, zu erschließen und zu vermarkten. "Die Gründung des Zweckverbandes war die eigentliche Basis für das, was mehr als 200.000 Motorsportfans am vergangenen Wochenende wieder erlebt haben", sagte Schubert.
Aktuelle Aufgaben des nur für weitere Kommunen offenen Zweckverbandes sind die Vergrößerung und Erweiterung der Race-Control des Sachsenrings sowie des Baus eines Parkplatzes für 1500 Autos sowie für 100 Lastwagen beziehungsweise Busse.
Die Idee ist, diesen Parkplatz ganzjährig zu nutzen, beispielsweise für Veranstaltungen, sagte Homilius. Und weil die Parkfläche von mehreren in der Nähe befindlichen Rad- und Wanderwegen tangiert wird, gibt es auch diesbezüglich bereits touristische Überlegungen. So sollte die Fläche beispielsweise als zentraler Platz angefahren werden können, von dem man dann per pedes oder zu Fuß in die Umgebung starten kann.