Detlef Bussas Detlef Bussas droht der Geschäftsleitung mit weiteren Aktionen.

Foto: Andreas Tannert

Züge der City-Bahn bleiben auf Abstellgleisen

Lokführerstreik: Streckenabschnitt im Kreis Zwickau ist von Aktion betroffen - Personal fordert mehr Lohn

Lichtenstein/Meerane. Lichtenstein/Meerane. Kein Zug der City-Bahn Chemnitz GmbH hat sich am Donnerstag, bis 9 Uhr, auf den Gleisen bewegt. Das hat alle Strecken der City-Bahn, darunter die Verbindung zwischen Stollberg und Meerane - unter anderem mit Haltestellen in Lichtenstein, St. Egidien und Glauchau - betroffen.

Die Lokführer der Frühschicht haben sich komplett an der Aktion beteiligt. Sie haben am Donnerstag die Bahnen auf den Abstellgleisen stehen gelassen und sich am Bahnhof Stollberg versammelt. Auch die Zugbegleiter haben sich dem Streik angeschlossen. Das bestätigte Detlef Bussas, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) für den Bereich Berlin, Brandenburg und Sachsen.

"Wir fordern für die Beschäftigten der City-Bahn gleiche Bedingungen wie für Bahnbeschäftigte in anderen Unternehmen. Das heißt auch eine allmähliche Anpassung des Lohnes", sagte Bussas.

Mit dem Streik wurde dieser Forderung Nachdruck verliehen. Erst vor drei Wochen hatte es für drei Stunden einen Ausstand gegeben. Auch damals war die City-Bahn-Strecke im Landkreis Zwickau betroffen.

Während es sich bisher allerdings noch um einen "sanften Warnschuss" gegen die Geschäftsleitung handelte, wie Thomas Gelling, Leiter der Tarifabteilung der GDL, gegenüber "Freie Presse" gesagt hatte, soll sich das jetzt ändern, falls die City-Bahn-Geschäftsführung auf die Forderungen nicht eingeht. "Wie es weitergehen wird, kann ich zwar noch nicht sagen, aber es wird schon bald etwas passieren", erklärte Bussas. Dabei sollen auch künftige Aktionen kurzfristig erfolgen. Der Streik am Donnerstag habe gezeigt, dass diese Herangehensweise erfolgversprechend ist. Die GDL hatte erst kurz vor 4 Uhr die Aktion bekannt gegeben. "Ansonsten erzielen wir keine Wirkung, weil sich die City-Bahn mit Ersatzverkehr auf den Streik einstellen kann."

City-Bahn-Geschäftsführer Uwe Leonhardt warnte davor, Kunden zu verprellen. "Die Fahrgäste wollen Zuverlässigkeit, sonst springen sie ab", sagte er. Eine Einkommens- erhöhung um 30 Prozent für die rund 60 City-Bahner, wie es die GDL fordere, bezeichnete er als unrealistisch. "Bei Verhandlungen im Februar haben wir eine 15-prozentige Lohnerhöhung in zwei Etappen angeboten, woraufhin die Gewerkschaft die Verhandlungen als gescheitert erklärte", so Leonhardt. Die City-Bahn stehe auch weiterhin zu diesem Angebot. Die Gewerkschaftsforderung könne sie nicht erfüllen. (JA/GKL/SO)

 
erschienen am 18.03.2010
 
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