Backsteinvilla an der unteren Weinkellerstraße In der roten Backsteinvilla an der unteren Weinkellerstraße ist es zu einem Wasserrohrbruch gekommen.

Foto: Andreas Kretschel

Feuerwehr-Großeinsatz in Hohenstein-Ernstthal: Wasserschaden legt Versicherung lahm

Mieter sind im Urlaub

Hohenstein-Ernstthal. Als Angela Fiedler am Montagfrüh das Versicherungsbüro betrat, traute sie ihren Augen nicht: Überall war Wasser. An den Wänden floss es herunter. Von den Decken ergossen sich kleine Wasserfälle. Auf dem Boden hatte sich eine riesige Pfütze gebildet. "Wir haben uns erst Anfang des vergangenen Jahres an der Weinkellerstraße niedergelassen und damals alles neugemacht", erklärte sie. Nun kann sie von neuem beginnen.

In der Wohnung über den Büroräumen war ein Wasserrohr geborsten. Offenbar war die Zuleitung des Geschirrspülers in der Nacht zum Montag kaputt gegangen. Daraufhin sammelte sich das Wasser, bis es sich einen Weg nach unten suchte. Fiedler reagierte schnell. Sie drehte den Haupthahn des Wohnhauses zu, informierte ihre Vermieterin und alarmierte die Feuerwehr. Mit drei Fahrzeugen rückten die Kräfte gegen 8.3o Uhr an. Sie standen zunächst vor verschlossener Tür.

Hohenstein-Ernstthaler Feuerwehr Die Hohenstein-Ernstthaler Feuerwehr musste die Wohnungstür aufbrechen. Anschließend wurde das Wasser abgesaugt.

Foto: Andreas Kretschel

Das Problem: Die Mieter der Wohnung mit der defekten Leitung sind derzeit im Urlaub. Hilfe kam von der Stadt. Ulrich Gruner, Leiter des Hohenstein-Ernstthaler Ordnungsamtes, machte sich sofort auf den Weg. "Man kann nicht so einfach in eine fremde Wohnung hinein", sagte er. "Die Polizei konnte keinen Beamten abstellen. Daher rief sie bei uns an."

Als die Formalitäten geklärt waren, brachen die Feuerwehrmänner die Wohnungstür auf. Mit einem Sauggerät wurde bis zum späten Vormittag das Wasser entfernt. Acht Feuerwehrmänner waren im Einsatz. "So etwas kommt ein- bis zweimal im Jahr vor", erklärte Manfred Dietz, Leiter der Hohenstein-Ernstthaler Feuerwehr. "In der Wohnung stand das Wasser."

Angela Fiedler hatte noch Glück im Unglück. Die eigentlichen Beratungsräume der Versicherung blieben trocken. Computer wurden durch den Rohrbruch nicht beschädigt. An normales Arbeiten war am Montag aber nicht zu denken. "Der Strom musste abgestellt werden. Unser Telefon geht nicht mehr. Daher haben wir einige Kunden fortgeschickt." Stattdessen griff sie zu Eimer und Lappen. "Es wurde viel in Mitleidenschaft gezogen, der Laminatboden, die Tapeten. Wie es in der Decke aussieht, wissen wir nicht." Unklar ist, wie hoch der Gesamtschaden ausfällt und wer dafür aufkommt.

 
erschienen am 23.07.2012 ( Von Georg Müller )
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