Ines Seifert - Näherin bei Wattana Ines Seifert ist seit acht Jahren im Unternehmen. Sie näht für die Wattana Muster. Vor allem die Farbe Blau kommt ihr derzeit unter die Nadel. Die sächsische Polizei erhält ab Mitte Januar neue Uniformen. Parallel dazu wird an neuer Funktionswäsche für die Mitarbeiter von Werften geforscht.

Foto: A. Kretschel

Funktionstextilien für Werften lösen blaue Polizeiuniformen ab

Unternehmen Wattana im Wandel

Wüstenbrand. Wüstenbrand. 35 Mitarbeiter hat Wattana derzeit. Der Jahresumsatz beläuft sich auf knapp 20 Millionen Euro. Das Unternehmen will weiter wachsen. Der erste Schritt dafür ist bereits getan. Die Entwürfe für die Funktionskleidung kommen künftig aus Wüstenbrand. Im Gewerbegebiet ist die Firma in einem Bürogebäude untergekommen, das zuvor leer gestanden hatte.

"In Glauchau fehlte uns einfach der Platz", sagte Geschäftsführerin Gabrielle Götze. 1992 wurde die Firma aus dem ehemaligen VEB Wattana heraus gegründet. Zunächst war der Sitz in Rödlitz, später in Glauchau. Die Mitarbeiterzahl stieg. Mit 35 sei eine Grenze erreicht worden, sagte Götze. Mit dem Umzug kam ein alter neuer Name zurück. Denn zwischenzeitlich hieß das Unternehmen Workfashion-Com.

Insbesondere mit Funktionskleidung verdient Götze ihr Geld. Zu den wichtigsten Abnehmern gehört die sächsische Polizei. Die rund 3000 Beamten Südwestsachsens bekommen ab Mitte Januar neue Uniformen. Ein wichtiger Auftrag, aber nicht der einzige. Auch der Bundeszoll und die Bundeswehr lassen sich von der Wattana ausstatten. Hinzu kommen Energieversorger. "Sie benötigen Schutzbekleidung, die zum Beispiel antistatisch und schwerentflammbar ist", so die 57-Jährige.

Eine neue Zielgruppe hat Gabrielle Götze bereits im Blick. Sie will große deutsche Werften beliefern. Seit vorigem Jahr wird in der Entwurfsabteilung des Unternehmens bereits geforscht. Etwa drei Jahre dauert es, bis eine speziell zugeschnittene Schutzkleidung entwickelt ist. "In den Werften werden die Schiffe seetüchtig gemacht. Die Arbeiter entfernen Rost. Genutzt werden Hochdruckwasserstrahler mit 4000 Bar", sagte sie. Zum Vergleich: Mit einem solchen Wasserdruck lässt sich Holz schneiden. Die Jacken und Hosen müssen entsprechend viel aushalten. Zum Einsatz soll das widerstandsfähigste Gewebe der Welt kommen. Es wird auch für schusssichere Westen verwendet. "Es gibt mehrere Lagen Stoff. Mehr verraten wir nicht."

Götze will auf diese Weise eine neue Nische besetzen. Derzeit beziehen die Werften die Kleidung aus dem Ausland. Sollte das Vorhaben Erfolg haben, sei auch ein Aufstocken der Mitarbeiterzahl möglich. "Das Tagesgeschäft steht im Vordergrund. Aber das Forschen ist unsere Basis." Wattana lässt aus Kostengründen die Kleidung im Ausland produzieren, unter anderem in Mazedonien, Bulgarien und Ungarn. Insgesamt zehn Werke sind für die Firma tätig. Der Stoff wird aus europäischen Ländern wie Belgien, aber auch aus Deutschland zugekauft.

 
erschienen am 22.11.2010 ( Von Georg Müller )
 
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