Kilometerweit war die riesige Rauchsäule über dem Firmengelände zu sehen. Das Feuer war während der Produktion ausgebrochen. Die etwa 40 Mitarbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Insgesamt kämpften fünf Feuerwehren mit 69 Kameraden mehr als zwei Stunden gegen die Flammen.
Foto: Andreas Kretschel
Großbrand zerstört Produktionshalle
Eine gewaltige Rauchsäule war am Mittwoch über der Firma Knauf Insulation zu sehen
St Egidien. St. Egidien. Es ist gegen 4.45 Uhr gewesen, als die Nacht für 69 Feuerwehrleute der Region abrupt vorbei war. Dunkle, dichte Rauchwolken, die weithin sichtbar waren, wiesen den Feuerwehren St. Egidien, Glauchau, Meerane, Lichtenstein und Hohenstein-Ernstthal den Weg zum Einsatzort, der Firma Knauf Insulation an der Bahnhofstraße. Vor Ort angekommen, bot sich den Einsatzkräften ein verheerendes Bild: "Wir sahen sehr starken Rauch, Flammen loderten über dem Gebäude", sagte Einsatzleiter Claudio Köhler.
Glück im Unglück: Die etwa 40 Mitarbeiter waren bereits unverletzt ins Freie geflüchtet. Um dennoch sicher zu gehen, dass sich niemand mehr in der Halle aufhält, suchten zwei Helfer unter Atemschutz das Gebäude nochmals ab. Durch gezielte Außen- und Innenangriffe konnte das Feuer nach gut zwei Stunden unter Kontrolle gebracht werden.
Nicht ohne Probleme: "Die Wasserversorgung war sehr schlecht", sagte Köhler. Etwa 1000 Meter Schlauchleitung musste aufgebaut werden. Zudem sei die vierstöckige, 2000 Quadratmeter große Halle recht verwinkelt gewesen.
Doch wie war es zu dem Großbrand bekommen? Nach ersten Erkenntnissen war während der Steinwolle-Dämmstoffproduktion ein Förderband in Brand geraten. Wie Unternehmenssprecherin Barbara Seele mitteilte, habe zunächst ein Mitarbeiter das Feuer bemerkt und sofort Alarm geschlagen. Dann breiteten sich die Flammen schnell aus.
Seele: "Der Brandherd konnte im Bereich eines Förderbandes ausgemacht werden, das von der Rohmaterialausgabe zu einem Ofen führt." Insgesamt seien durch das Feuer mehrere der sechs Förderbänder in der Halle beschädigt worden. Indes untersuchen Kriminaltechniker der Polizei die Brandursache. "Die Untersuchungen dauern noch an", sagte Polizeisprecherin Heidi Hennig.
Auch die genaue Höhe des Sachschadens ist noch unklar. "Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden im sechsstelligen Bereich", sagte Seele. Eine Produktion in der betroffenen Halle sei derzeit nicht möglich. Aller Voraussicht nach werde die Instandsetzung der Produktionsanlagen zwei Wochen dauern.
Bis dahin sollen die betroffenen Mitarbeiter bei Aufräumarbeiten eingesetzt werden. Seele: "Wir sind jetzt froh über jede helfende Hand, die bei den Reparatur- und Reinigungsarbeiten mit anpackt." Aktuell gehe die Firmenleitung von nur geringen Lieferschwierigkeiten in den kommenden Wochen aus. Bereits gegen 10 Uhr seien am Mittwoch wieder Laster auf dem Werksgelände mit Bestandsware beladen worden. "Wir sind erleichtert, dass niemand verletzt wurde und arbeiten nun mit Hochdruck an der Wiederaufnahme der Produktion", sagte Seele.
Der Brand auf dem Gelände der Firma Knauf Insulation ist nicht der erste gewesen. Bereits fünf Mal mussten Feuerwehrleute aus St. Egidien zu Einsätzen dorthin ausrücken. Die liefen aber vergleichsweise glimpflich ab. Dabei waren im Außenbereich gelagerte Produktionsmaterialien in Brand geraten.


