Das Lichtensteiner Freibad ist nur noch ein Paradies für kleine Wassertiere. Badenixen finden dort keine Abkühlung mehr.
Foto: Andreas Kretschel
Lichtensteiner sitzen weiter auf dem Trockenen
Baumängel statt Badenixen: Freibad bleibt auch 2009 geschlossen - Rathaus plant Natur- und Badeteich - Schwimmer äußern Bedenken
Lichtenstein. Das Freibad in Lichtenstein hat sich zu einem Paradies für kleine Wassertiere entwickelt. Dagegen müssen Badenixen für eine Abkühlung weiter ins Umland fahren. Seit 2003 ist das Freibad in der Stadt am Auersberg wegen baulicher Mängel geschlossen. Zwischen dem ehemaligen Sprungturm und dem Sanitärgebäude wuchert das Unkraut.
Mit einer neuen Idee versucht Lichtensteins Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU) jetzt eine Nachnutzung des brachliegenden Areals anzuschieben. In der Prioritätenliste für das Konjunkturpaket taucht das Projekt "Rückbau des Freibades und Schaffung einer Spiel- und Freizeitfläche" als mögliche Ersatzmaßnahme auf. "Darin könnte auch ein kleiner Natur- und Badeteich mit integriert sein", berichtet der Rathauschef von seinen Überlegungen.
Die Kosten hat Lichtenstein in der Prioritätenliste mit rund einer halben Million Euro angegeben. Die Chancen, dass kurzfristig die Gelder für das Projekt im alten Freibad zur Verfügung stehen, sind allerdings gering. Nur wenn andere Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket gestrichen werden, könnte Lichtenstein mit diesem Ersatzvorhaben zum Zuge kommen. Ansonsten müssten die Mittel in den nächsten Jahren aus dem eigenen Haushalt kommen. "Dort liegen in unserer Investitionsplanung die Schwerpunkte auf Schulen, Kindertagesstätten und dem Straßenbau", verdeutlicht Sedner. Die Ideensammlung für die Umgestaltung des Freibades scheint sich sowieso noch in der Anfangsphase zu befinden. Zum Umfang des Naturteiches und Angeboten auf der Spiel- und Freizeitfläche liegen noch keine detaillierten Fakten vor.
Die Schwimmer des SSV Fortschritt Lichtenstein sehen das geplante Projekt indes mit Skepsis. "Bei den Einwohnern, die sich nach einer Abkühlung sehnen, wird sicherlich Freude herrschen", sagt Martina Haase, Geschäftsführerin des SSV. Die rund 100 Mitglieder der Abteilung Schwimmen würden dagegen weder von einem Freibad noch von einem Naturteich profitieren. Derzeit absolvieren sie ihre Trainingseinheiten im 12 Meter langen und 6,5 Meter breiten Lehrschwimmbecken der Kleistschule. Dieser Komplex soll ebenfalls mit Geldern aus dem Konjunkturpaket auf Vordermann gebracht werden. "Nur mit dem Bau einer neuen Halle würden sich die Bedingungen für die Schwimmer verbessern", unterstreicht Martina Haase.

