Klettern verboten in der Ernst-Schneller-Siedlung: Erst muss der Rutschturm repariert werden.
Foto: Andreas Kretschel
Stadt nimmt Kinderspielplätze ins Visier
Neues Spielplatzkonzept könnte das Aus für drei der 16 Tummelplätze für Kinder bedeuten
Lichtenstein. Lichtenstein. Derzeit gibt es in der Stadt 16 Spielplätze, darunter einen Bolzplatz, informierte Beigeordnete Dagmar Hamann in der jüngsten Stadtratsitzung. Zuvor hatte eine fünfköpfige Arbeitsgruppe, zu der auch Hamann gehört, alle Spielstätten genau unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass so mancher Kindertreffpunkt weniger gut frequentiert wird - vermutlich wegen der veralteten Geräte: "Die meisten Spielplätze sind ganz schön in die Jahre gekommen. Im Schnitt sind die 15 Jahre alt", sagte Hamann.
Aber auch, weil in manchen Siedlungen und Wohngebieten die Kinder inzwischen aus dem Spielplatzalter herausgewachsen sind. Auch die Spielgewohnheiten haben sich geändert. Diesem dynamischen Prozess will das Konzept der Stadtverwaltung entsprechen. Hamann: "Damit reagieren wir auf die demografische Entwicklung."
Es gibt also Handlungsbedarf - zumal für die Unterhaltung hohe finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Allein im vergangenen Jahr investierte die Stadt 40.000 Euro. So galt es, die Frage zu klären, welche der 16 Spielplätze dauerhaft sinnvoll sind, am Leben zu halten. Die Antwort: Drei Spielstätten könnten perspektivisch zurückgebaut werden. Dies treffe auf den Spielplatz an der Schönen Aussicht, am Sonnenweg (Heinrichsort) und an der Gaststätte "Zur Feuerwehr" (Rödlitz) zu. "Wenn sich herausstellen sollte, dass die Wirtschaftlichkeit dort nicht mehr gegeben ist, könnten diese Spielplätze zurückgebaut werden", erklärte Hamann.
Darüber herrscht weitestgehend Konsens im Stadtrat: "Wenn etwas nicht genutzt wird, dann kann es auch nicht künstlich am Leben gehalten werden. Da vertraue ich auf die Bewertung der Arbeitsgruppe", sagte Ute Hoch (Linke). Der Meinung ist auch Emanuel Pasler (SPD): "Wenn Spielplätze kaum genutzt werden, dann ist es auch nicht sinnvoll, sie weiter zu behalten. Der Platz an der Schönen Aussicht ist ein Beispiel dafür. Für die Kinder in Rödlitz gibt es, sofern es zum Rückbau kommt, in unmittelbarer Nähe in Hohndorf Spielmöglichkeiten."
Indes erhitzt der Spielplatz in der Ernst-Schneller-Siedlung, der seit einem Jahr wegen eines Defekts am Rutschturm gesperrt ist, weiterhin die Gemüter: "Dort muss sich so schnell wie möglich etwas tun, nicht erst im Herbst. Diesen Spielplatz dürfen wir nicht opfern", sagt Thomas Nordheim (Freie Wähler). Bauexperte Bert Rabe (CDU) : "Der Tüv-Bericht liegt nun vor. Wir sind der Meinung, dass eine kurzfristige Reparatur realisiert werden kann."
SPD-Mann Pasler gibt zu bedenken: "Dort soll zwar notdürftig noch einmal gebaut werden, aber in ein paar Jahren müssen die Geräte demontiert und durch Neue ersetzt werden, das kostet auch Geld." Fest stehe aber, dass der Platz erhalten bleiben muss, weil dort viele Menschen mit Kindern wohnen.
Zudem gibt es seitens der Stadt bereits erste Überlegungen zu möglichen neuen Standorten für Spielplätze, die auf dem Ringteichgelände, Teichplatz, Bahnhofspark, Gymnasiumpark oder Callnberg Südwest entstehen könnten. Außerdem denkt die Stadt über einen "Generationenpark" auf der Uhligwiese nach, der Kinder, Eltern und Großeltern gleichermaßen ansprechen soll. Bis 2015 sollen die konzeptionellen Überlegungen der Arbeitsgruppe fortgeführt werden. (mit jko)


