Recyclinghof-Inhaber Uwe Brombeis vor dem Mazda, dessen Besitzer als einer der letzten in den Genuss der Abwrackprämie gekommen ist.Foto: Thomas Michel
Abwrackprämie hinterlässt Spuren
Im Auto-Recyclinghof von Uwe Brombeis warten noch 300 Fahrzeuge auf Schrottpresse - Ersatzteilpreise sind im Keller
Beiersdorf. Beiersdorf. Nach der Abwrackprämie ist vor der Abwrackprämie - zumindest für Uwe Brombeis. Der Inhaber eines Autorecyclinghofes in Beiersdorf hat vor wenigen Tagen aus einem Autohaus im angrenzenden Vogtland das letzte Fahrzeug abgeholt, dessen Besitzer noch in den Genuss der staatlichen Abwrackprämie in Höhe von 2500 Euro gekommen ist. Der Mazda, Baujahr 94, steht noch immer auf dem Transporter im Hof. "Ein echtes Liebhaberstück und eigentlich viel zu schade für die Schrottpresse", meint der 44-Jährige.
Der Abschleppwagen, mit dem Uwe Brombeis die stillgelegten Fahrzeuge von den Autohäusern in der Region abholt, wird derzeit nur noch selten gebraucht. Maximal drei Autos pro Woche sind es jetzt, die im Recyclinghof landen. "Vor fünf Monaten habe ich wöchentlich zwischen 15 und 20 Autos abgeholt. Zwischen Januar und Dezember waren es zirka 1500 Fahrzeuge. Es gab Wochen, da haben die Autohäuser bei mir angerufen. Nun muss ich bei denen wieder die Klinken putzen", bilanziert Uwe Brombeis.
Für Außenstehende, die den Autorecyclinghof in unmittelbarer Nachbarschaft des Agrarhofes aufsuchen, sind die Worte von Uwe Brombeis nur schwer vorstellbar. Noch immer türmen sich auf dem Gelände rund 300 Fahrzeuge, sieht es aus wie auf einem großen Parkplatz. "Das war vor Inkrafttreten der Abwrackprämie auch der Fall", erklärt der Firmeninhaber. Allerdings habe sich die Zahl inzwischen halbiert. Ein Teil der Wagen wartet auf die Schrottpresse. Zirka 200 Fahrzeuge müssen noch ausgeschlachtet werden. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Autos der Marken Opel, Skoda oder Renault.
"Es gibt derzeit ein Überangebot an Ersatzteilen, die Preise sind im Keller", weiß Brombeis. Er lebt momentan hauptsächlich von den Privatkunden, die an den Wochenenden kommen, nach bestimmten Ersatzteilen Ausschau halten und sich diese selber aus den ausrangierten Fahrzeugen ausbauen. Seitens der Autohäuser ist die Nachfrage fast Null. "Dafür zieht jetzt wenigstens der Schrottpreis wieder leicht an", so Brombeis. Für ihn die Kehrseite der Abwrackprämie. Dennoch macht er keinen Hehl daraus, daran gut mit verdient zu haben. "Dafür war ich aber auch täglich bis zu 12 Stunden unterwegs. Das war Stress pur und hat gesundheitliche Spuren hinterlassen. Eigentlich bin ich froh, dass der ganze Zauber ein Ende hat und wieder normaler Alltag eingezogen ist", gibt der 44-Jährige ehrlich zu.


