Objektleiter Jens Schubert kontrolliert die technischen Anlagen im Keller des Webalus. Während der Schließzeit werden verschlissene Teile ausgewechselt.l
Foto: Thomas Michel
Badchef zieht im Webalu den Stöpsel
Während zweiwöchiger Schließzeit nur Schönheitsoperationen möglich - Geld für nötige Reparaturen fehlt
Werdau. Werdau. Wenn am Sonntag gegen 20 Uhr die letzten Gäste das Werdauer Hallen- und Freibad an der Ziegelstraße verlassen haben, wird Objektleiter Jens Schubert den Stöpsel ziehen. Bis zum 26. März bleibt die Freizeiteinrichtung dann für den Publikumsverkehr geschlossen.
Während dieser Zeit erfolgt die Komplettreinigung der Becken im Innen- und Außenbereich. Das betrifft insbesondere die während der Wintermonate gesperrten Außenbecken. Diese können nach Abschluss der Arbeiten wieder genutzt werden. Am Montag beginnen Experten mit der Wartung der technischen Anlagen. Dazu gehören unter anderem die Lüftungs-, Wasseraufbereitungs-, Heizungs- und Notstromanlagen.
"Die arbeiten fast rund um die Uhr und bedürfen einer regelmäßigen Überprüfung", so der Badchef. Im Zuge der Wartung werden verschlissene und defekte Bauteile ausgetauscht. Während sich Elektriker um die technischen Anlagen kümmern, rücken Maler an und versehen die Wände im Foyer des Bades mit einem neuen Farbanstrich. Bis zum 26. März wird außerdem der Saunabereich erweitert, sodass den Besuchern mehr Platz zur Verfügung steht. Im Foyer erfolgt der Einbau eines Automaten, an dem die Besucher künftig ihre Nutzungsgebühren entrichten können. Parallel dazu wird das Kassensystem durch ein neues ersetzt.
"Wir wollen die Abrechnung vereinfachen, ohne dass es personelle Veränderung mit sich bringt", erklärt der Geschäftsführer der Sport und Freizeit GmbH, Steffen Pause. Außerdem werden bis zur Wiedereröffnung des Webalus die Stühle und Tische im gastronomischen Bereich komplett ausgetauscht. Während der Schließzeit kümmert sich ein Gärtner um die Palmen und exotischen Pflanzen, die im Badbereich gedeihen. Insgesamt 60.000 Euro sind für die Arbeiten eingeplant. Dafür aufkommen muss die Sport und Freizeit GmbH.
Für weitere dringend nötige Arbeiten in der Einrichtung, die vor acht Jahren ihre Pforten öffnete, fehlt allerdings das Geld. Erforderlich sind Reparaturen am Fußboden im Hallenbereich. Die fälligen Kosten: rund 250.000 Euro. Hinzu kommen Mängel in der Dachkonstruktion. Für deren Beseitigung wären weitere 300.000 Euro notwendig. Macht zusammen mehr als eine halbe Million Euro. Beseitigt werden sollen die Schäden mit Geld aus dem Konjunkturpaket II.
Die von der Stadt beantragten Mittel wurden jedoch nicht bewilligt. Nun soll die Sport und Freizeit GmbH als Betreiber der Einrichtung für die Kosten aufkommen. Das Tochterunternehmen der Stadtwerke sieht sich dazu aus eigener Kraft nicht in der Lage. "Außerdem würde die anstehende turnusmäßige Schließzeit auch nicht ausreichen, um in dem Zeitraum die Arbeiten durchzuführen", meint Pause. Wann die Schäden behoben werden, ist unklar. "Wir müssen etwas tun, stehen aber nicht unter Zeitdruck. Die Mängel sind nicht so gravierend, dass Gefahr für die Besucher besteht", versichert Steffen Pause.


