Schulleiterin Anett Knauer zeigt den bereits vorhandenen Notausgang im Werkraum der Frankenhausener Grundschule, an den jetzt ein Rettungsturm gebaut werden soll. Foto: Thomas Michel
Brandschutz an Grundschule entfacht heiße Diskussion
Crimmitschau will vorerst 20.000 Euro in Frankenhausener Einrichtung investieren - Ortschaftsrat, Eltern und Lehrer fordern ordentliche Lösung
Crimmitschau. Crimmitschau. Bei der Beseitigung der Brandschutzmängel an der Grundschule Frankenhausen entscheidet sich Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) fürs Eilzugtempo. In der kommenden Woche sollen die ersten Maßnahmen an der Bildungseinrichtung an der Leipziger Straße beginnen. Crimmitschau gibt dafür zwischen 15.000 und 20.000 Euro aus.
Damit kann an der Südfassade (links neben dem Haupteingang) ein provisorisches Gerüst als zweiter Rettungsweg aufgestellt werden. Zusätzliche Durchbrüche - unter anderem zwischen Lehrerzimmer und Werkraum - sollen die Fluchtmöglichkeiten verbessern. Zudem stattet die Kommune Treppenhaus und Flure mit Rauchmeldern aus. Weitere Sofortmaßnahmen: Brennbare Papierkörbe verschwinden, und die Rettungswege in der Turnhalle erhalten eine neue Ausschilderung.
Die Verantwortlichen im Rathaus reagieren damit auf den öffentlichen Druck. Im Dezember hatten Ortschaftsrat, Elternrat, Förderverein und Lehrer in einem Brief auf die Mängel aufmerksam gemacht. "Es hat sich gelohnt, dass wir immer wieder die Brandschutzmängel angesprochen haben", schätzt Frankenhausens Ortsvorsteher Stefan Rudert (Sächsischer Heimatschutz) ein.
Klar ist allerdings: Die von der Stadt angekündigten Sofortmaßnahmen gelten nur als Tropfen auf den heißen Stein. Der Sanierungsbedarf am Schulhaus, in dem rund 170 Mädchen und Jungen unterrichtet werden, beläuft sich auf 640.000 Euro. In diesem Jahr erhält Crimmitschau keine Fördermittel. Das lässt Schulleiterin Anett Knauer aber nicht als Ausrede gelten. "Das Kultusministerium hat uns in einem Schreiben mitgeteilt, dass der Schulträger auch ohne Fördermittel die Sicherheit gewährleisten muss", so Knauer. Stefan Rudert fordert, dass der Stadtrat die notwendigen Mittel in den Haushaltsplänen von 2010 und 2011 einstellt. Damit würden sich die Maßnahmen auch ohne Fördergeld - die Stadt will in dieser Woche einen erneuten Antrag fürs nächste Jahr stellen - realisieren lassen.
Unterschiedliche Aussagen gibt es, wie lange die Brandschutzmängel bereits bekannt sind. Holm Günther sagt, dass im Protokoll einer 2004 mit der Bauaufsicht des Landkreises Zwickau vorgenommenen Begehung die Dinge, die nun beseitigt werden müssen, nicht auftauchen. Erst im Brandschutzkonzept, das 2008 erstellt wurde, sei von den Mängeln zu lesen.
Dagegen verweist Anett Knauer auf die Berichte der Unfallkasse. "Darin wird seit 2004 jährlich auf die Probleme beim Brandschutz hingewiesen. Diese Berichte gehen auch an die Stadt", so die Schulleiterin.


