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Das ist momentan der Arbeitsplatz von André Raphael: Er koordiniert in einer Metallbaufirma in Crimmitschau verschiedene Bauprojekte. Nach den Sommerferien will er ins Rathaus umziehen.

Foto: Thomas Michel

CDU-Mann schaltet auf Angriff

Am 21. Mai finden in Crimmitschau die Oberbürgermeisterwahlen statt. André Raphael fordert den Amtsinhaber heraus.

Von Holger Frenzel
erschienen am 21.04.2017

Crimmitschau. Wer momentan durch Crimmitschau fährt, schaut bisher nur auf Wahlplakate mit dem Konterfei von Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau). Von seinem Herausforderer André Raphael, der als parteiloser Kandidat für die CDU ins Rennen geschickt wird, ist (noch) nichts zu sehen. Trotzdem schlägt der 54-jährige Rechtsanwalt selbstbewusste Töne an. "Ich trete nicht an, um Holm Günther zu ärgern. Mein Ziel ist ein Neuanfang auf dem Posten des Oberbürgermeisters", sagt André Raphael. Er macht deutlich: "Die Crimmitschauer lassen sich von Plakaten nicht blenden. Sie spüren, dass es Zeit für einen Wechsel ist."

Rund vier Wochen vor dem ersten Wahlgang, der am 21. Mai ansteht, schaltet André Raphael auf Angriffsmodus. Er übt heftige Kritik am Arbeitsstil und am Wohnsitz von Holm Günther, der seit fast 14 Jahren auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt. "Nachdem der Oberbürgermeister etliches bewegt hat, beschäftigt er sich in den letzten Jahren fast nur noch mit sich selbst", schimpft Raphael. Dadurch sei es bei wichtigen Projekten - dazu gehören die Schaffung von neuen Eigenheimsiedlungen oder die Aufwertung der Innenstadt - nicht zum Durchbruch gekommen. Seit 2011 wohnt Holm Günther mit seiner heutigen Ehefrau in Schmölln. "Das ist ein Unding. Normalerweise müsste der Gesetzgeber festlegen, dass ein Oberbürgermeister oder Bürgermeister in der Stadt wohnt, für die er verantwortlich ist", sagt Raphael. Er berichtet, dass Holm Günther bei vielen Debatten die Kreisräte aus Crimmitschau in die Pflicht nehmen würde. Der CDU-Bewerber erinnert sich: "Dagegen hat der Oberbürgermeister durch seinen Umzug nach Thüringen die einflussreiche Aufgabe des Vize-Landrats leichtfertig aufgegeben."

Wer die Aussagen hört, kann sich kaum vorstellen, dass André Raphael und Holm Günther einmal eng befreundet waren. Sie gehörten mehr als ein Jahrzehnt zu den prägenden Köpfen der Bürgervereinigung "Für Crimmitschau". Günther als Oberbürgermeister und Raphael als Vorsitzender der Stadtratsfraktion. Seit Ende des letzten Jahres ist das Tischtuch zwischen den beiden zerschnitten. Mittlerweile verließ Raphael die Bürgervereinigung, wechselte ins CDU-Lager. Das sorgt für Fragen: Warum hat er die Entscheidungen von Holm Günther so lange mitgetragen? Warum gab es früher kaum öffentliche Kritik am Stadtchef? "Weil es einfach eine gewisse Form der Loyalität gab", sagt André Raphael. Er spricht von vielen Vier-Augen-Gesprächen, die er in der Vergangenheit mit dem Oberbürgermeister geführt habe. Sie endeten zuletzt offenbar immer seltener mit Lösungen. Die Vorbereitungen zum Verkauf der Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft (CWG) waren 2015 eine Zerreißprobe. Die Spendenaktionen des Stadtchefs für eine Postmeilensäule brachten 2016 das Fass zum Überlaufen. "Irgendwann reicht es einfach", sagt der Vater von zwei Töchtern. An den Versuch, für die Bürgervereinigung "Für Crimmitschau" anzutreten, hat er übrigens nicht gedacht. "Dort stehen die Mitglieder dem OB zu unkritisch gegenüber", sagt Raphael, der nun eigene Plakate drucken lässt. Die ersten sollen am Wochenende aufgehängt werden.

 
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