Auch auf die Grundstückseigentümer im Werdauer Brühlviertel (Foto) kommen Ausgleichsbeiträge zu. Wieviel sie bezahlen sollen, das steht gegenwärtig noch nicht fest.
Foto: Marcus Richter
Erst wird saniert, dann wird kassiert
Grundstückseigentümer in Sanierungsgebieten sollen Beiträge zahlen
Werdau. Hausbesitzer in zumeist innerstädtischen Sanierungsgebieten sollen zur Kasse gebeten werden. Nach dem Gesetz sind in Sachsen Ausgleichsbeiträge für den Wertzuwachs der Grundstücke fällig. Neben der Kreisstadt betrifft das im Altkreis Zwickauer Land acht Städte und Gemeinden. Die "Freie Presse" hat nachgefragt, was auf Betroffene zukommt.
Zwickau. In der Stadt gibt es vier Sanierungsgebiete: Zentrumsnahe Nordvorstadt, Bahnhofsvorstadt, Stadtteilzentrum Oberplanitz und Ortskern Crossen. Die Abgabe kommt jedoch nur auf Hausbesitzer in Nord- und Bahnhofsvorstadt zu. Die Grundstückseigentümer seien darüber informiert. Allerdings ist noch nicht bekannt, wie viel Geld sie bezahlen sollen. Das Bauplanungsamt geht davon aus, dass die Sanierung in beiden Gebieten 2017 abgeschlossen wird. Es werde gemeinsam mit dem Gutachterausschuss des Landkreises die Abrechnung vorbereiten.
Crimmitschau. Im Sanierungsgebiet Erweitertes Stadtzentrum, das in den nächsten Jahren abgeschlossen wird, werden Beiträge erhoben, sagt Stadtsprecher Sascha Vogelsang. Um Spekulationen auszuschließen, würden Betroffenen erst informiert, wenn die Höhe der Abgabe bekannt ist. Das soll laut Vogelsang im kommenden Jahrso weit sein.
Hartenstein. Alle von der Stadtkernsanierung betroffenen Eigentümer seien vor Beginn der Arbeiten informiert worden, dass Beiträge anfallen, so Bürgermeister Andreas Steiner (parteilos). "Wir wollen alles tun, um diese so gering wie möglich zu halten." Für konkrete Zahlen müsse erst der Gutachterausschuss des Landkreises tätig werden.
Kirchberg. In das Sanierungsgebiet Altstadtkern sind laut Frank Hänel, Amtsleiter Finanzen im Rathaus, mehr als acht Millionen Euro geflossen. Weitere Arbeiten sind geplant. Die Stadt habe 2009 Gutachten über die Anfangs- und Endwerte bei den Bodenwerten in Auftrag gegeben. Mit den Ergebnissen werde nicht vor Jahresende gerechnet. Erst wenn klar ist, ob sich die Bodenwerte erhöht haben, könne gesagt werden, ob die Eigentümer zur Kasse gebeten werden.
Mülsen. In Mülsen sind etwa 150Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet Thurm betroffen, das dieses Jahr abgeschlossen werden soll, und weitere etwa 200 im Gebiet Mülsen-Zentrum, das erst am Anfang steht. "Wie hoch die Beiträge liegen, können wir bislang nicht sagen, da uns die Berechnungsgrundlagen noch unbekannt sind", so Bürgermeister Hendric Freund (parteilos).
Reinsdorf. Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) weiß noch gar nicht, ob in den Sanierungsgebieten in Reinsdorf und im Ortsteil Vielau überhaupt Ausgleichsbeiträge infrage kommen, weil die Gebiete noch nicht vollständig abgeschlossen und abgerechnet sind. Er geht nicht davon aus, dass eine deutliche Wertsteigerung eintritt, die Beiträge nach sich zieht.
Werdau. In der Stadt sollen nach Abschluss der Arbeiten in den Sanierungsgebieten Am Brühl (Abschluss 2013), Werdau Nord (voraussichtlich 2016), Leubnitz Bergstraße (2013), und Südliche Innenstadt Werdau (voraussichtlich 2016) Beiträge erhoben werden. Da die Sanierungen noch laufen, sind die Summen noch nicht ermittelt. Laut Stadtsprecher André Kleber gibt der Freistaat einen Anreiz für die Zahlung der Ausgleichsbeiträge: Bis zu einem Jahr vor Abschluss der Sanierung gibt's einen Nachlass.
Wildenfels. Da die Stadt das vereinfachte Sanierungsverfahren angewandt hat, fallen laut Bürgermeister Tino Kögler (CDU) keine Beiträge an.
Wilkau-Haßlau: Das Sanierungsgebiet umfasst das Stadtzentrum links und rechts der Mulde. Zur Höhe der Gebühren, die für die Grundstückseigentümer anfallen, kann die Stadtverwaltung gegenwärtig noch nichts sagen.


