Als die Feuerwehr gegen 4.40 Uhr eintraf, brannte der Dachstuhl der Villa bereits lichterloh.
Foto: Heiko Richter
Feuer vernichtet Sitz der Volkssolidarität
150 Jahre alte Villa an der Unteren Holzstraße in Werdau brannte aus
Werdau. Erhard Matschke rang am Sonntag sichtbar nach Fassung. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Volkssolidarität wurde am Morgen kurz nach halb acht telefonisch in seine Arbeitsstelle an der Unteren Holzstraße in Werdau gerufen. Dort waren bereits seit Stunden die Feuerwehren aus Werdau, Leubnitz, Steinpleis und Zwickau im Einsatz, um das rund 150 Jahre alte Gebäude, in dem der Wohlfahrtsverband seine Geschäftsstelle hat, zu retten.
"Wir wurden um 4.36 Uhr alarmiert und fanden einen in voller Ausbreitung brennenden Dachstuhl vor", sagte Henning Tröger von der Werdauer Wehr, die mit zwei Löschfahrzeugen und ihrer Leiter zum Ort des Geschehens raste. Anschließend schrillten auch die Sirenen der Ortsfeuerwehren in Leubnitz und Steinpleis, zudem war die Zwickauer Berufsfeuerwehr mit ihrer Drehleiter zur Unterstützung dabei, vom Feuerwehrtechnischen Zentrum aus Wilkau-Haßlau kam ein Atemschutz-Einsatzfahrzeug. "Zeitweise waren 75 Frauen und Männer sowie 14 Fahrzeuge vor Ort", sagte Tröger. Über den Städtischen Bauhof wurde die Untere Holzstraße zwischen der Bahnhofstraße und der Dr.-Külz-Straße gesperrt. "Durch das viele Holz im Haus mussten wir immer wieder kleine Glutnester löschen, sodass sich unser Einsatz bis in die späten Nachmittagsstunden hingezogen hat", sagte Henning Tröger. Eine Feuerwehrfrau wurde mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung in die Pleißentalklinik eingeliefert.
Das Feuer war einem Bewohner des gegenüberliegenden Asylantenwohnheimes aufgefallen. Der informierte den Diensthabenden des Wachdienstes, der wiederum die Leitstelle in Zwickau alarmierte.
Über die Ursache des Brandes konnte am Sonntagmittag nur spekuliert werden. Der Brandermittler der Kriminalpolizei begann seine Suche und sperrte das Haus, dessen obere Etagen nur noch mit der Leiter zu erreichen waren. "Die Holztreppen im Inneren des Hauses sind dem Feuer komplett zum Opfer gefallen", sagte Henning Tröger. "Das Haus wird sobald nicht wieder nutzbar sein. Der geplante Umzug der Sozialstation ist durch den Brand hinfällig", sagte Erhard Matschke.
Über die Geschäftsstelle des Kreisverbandes werden die Dienstleistungen im sozialen Bereich und die 150 Mitarbeiter koordiniert. Der Verband zählt in der Region um die 1700 Mitglieder.


