Feuerwehr fährt ausgesetzte Kätzchen ins Tierheim
Innerhalb von fünf Tagen neun Samtpfoten gefunden
Werdau. Werdau. Zwar ohne Blaulicht und Tatütata, aber als offizielle Dienstfahrt sind am Mittwochabend fünf kleine Kätzchen vom Feuerwehrgerätehaus in Werdau ins Tierheim Vielauer Wald gebracht worden.
Heinrich Seeling und seine Frau Erika hatten die fünf herrenlosen Samtpfötchen am Mittwochnachmittag am Dreiflügel auf der Zufahrt zum Werdauer Wald gefunden. "Wir wussten absolut nicht, was wir tun sollten", erzählt der 80-Jährige, der nach unzähligen Telefonaten schließlich die Feuerwehr alarmierte. Wehrchef Jürgen Daßler nahm umgehend Kontakt mit dem Tierheim Vielauer Wald auf, das bei Tiernotfällen vertraglich mit der Stadt Werdau gebunden ist.
Chefin Claudia Falk nahm die Katzenbabys persönlich entgegen. "Die sind noch so klein, dass sie mit der Flasche gesäugt werden müssen, so um die drei, vier Wochen alt", schätzt die engagierte Frau ein. Derzeit betreut die Einrichtung im Vielauer Wald 55 Samtpfoten verschiedenen Alters. Dass Katzen ausgesetzt werden, solche Fälle kenne sie zur Genüge, bestätigt Claudia Falk. "Vor allem jetzt, wenn es auf den Herbst zugeht. Etliche Leute füttern über die Sommermonate Katzen in ihren Gärten oder Grundstücken. Wenn der Herbst kommt, wissen sie dann nicht, wohin damit. Oftmals sind die Tiere ja auch nicht sterilisiert."
Bereits am Samstag hatten Jugendliche in der Nähe des "Stiefelknechts", also in der selben Gegend von Werdau, vier herrenlose Kätzchen unter einem Müllhaufen gefunden. Auch diese rund drei Wochen alten Tiere hatten Glück und fanden Unterschlupf bei einer liebevollen Pflegefamilie, die die zwei Kater und zwei Katzen an nette Leute abgeben möchte. Der erneute Fund sei schon seltsam, meint auch die Tierheimchefin. "Es könnte durchaus ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegen", sagt Oliver Wurdak, Pressesprecher bei der Polizeidirektion Südwestsachsen. Doch die Beamten würden erst tätig, wenn jemand einen derartigen Vorfall anzeigt.
Die zuständige Revierleiterin Heidi Fülle hat in den zurückliegenden Tagen in dieser Gegend nichts Außergewöhnliches beobachtet. Da Katzen ausgedehnte Reviere hätten, könne man nie wissen, ob ein Tier herrenlos sei oder zu jemandem gehöre.


