Der "Lebensbaum", den Heinz Lanzendorf in den 980er-Jahren schuf, wird derzeit in Einzelteilen im Depot des Stadt- und Dampfmaschinen 1museums aufbewahrt. Der Chef des Hauses, Hans-Jürgen Beier, zeigt einige der 36 Teile, aus denen das Kunstwerk besteht.
Foto: Thomas Michel
"Lebensbaum" ziert Seniorenzentrum
Ein neun Meter großes Kunstwerk soll wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken
Werdau. Für das Emaille-Relief "Lebensbaum" ist ein neuer Standort gefunden worden. Das Kunstwerk, das Heinz Lanzendorf in den 1980er-Jahren schuf und einst die Kaufhalle im Wohngebiet Sorge zierte, soll an der Fassade des ehemaligen Hotels "garni", Brühl 27, seinen neuen Standort erhalten.
Haus erhält Anbau
Jürgen Rhese, Eigentümer des Seniorenbetreuungs- und Begegnungszentrums am Brühl, hat das Gebäude im zurückliegenden Jahr erworben und will dieses in den kommenden Monaten komplett umbauen. Zu dem Vorhaben gehört auch ein Anbau an das Gebäude in Richtung Pleiße. Rund drei Millionen Euro will der Eigentümer in das Objekt investieren. Geplant sind in dem Haus unter anderem mehrere Wohnungen für Senioren. "Die Fassade des Anbaus reicht aus, um das Kunstwerk so zu präsentieren, dass es auch optisch gut zur Geltung kommt", sagt Jürgen Rhese.
Der neue Standort des Reliefs, das seit seiner Demontage 20 Jahre im Depot des Werdauer Museum schlummerte, wurde gemeinsam mit dem Sohn des Grafikers gefunden. "Der ,Lebensbaum' passt ideal zum Charakter der Senioreneinrichtung", sagt Norbert Lanzendorf.
Relief noch in gutem Zustand
Das findet auch Museumschef Hans-Jürgen Beier. Nach seinen Worten ist das zwei Meter breite und neun Meter lange Kunstwerk, das aus insgesamt 36 Einzelteilen besteht, noch in einem guten Zustand. "Lediglich an einigen Stellen ist die Emaille etwas abgeplatzt. Aber das lässt sich mit Spezialfarbe sehr gut reparieren", sagt Beier. Er ist froh, das Kunstwerk endlich aus der Versenkung holen zu können. "Aufgrund der Größe des Reliefs war es gar nicht so einfach, einen passenden Standort für das Werk zu finden", sagt Beier.
Mehrere Standorte geprüft
In der Vergangenheit gab es mehrere Pläne, die dann ad acta gelegt worden. Vor zwei Jahren sollte das Kunstwerk von Heinz Lanzendorf, der aufgrund seiner künstlerischen Verdienste am 22. Oktober 1985 zum Ehrenbürger der Stadt Werdau ernannt wurde, an der Wand des Kaufland-Parkhauses befestigt werden. Damit wollte die Stadt Heinz Lanzendorf zu seinem 90. Geburtstag ein besonderes Geschenk bereiten. Der Standort war allerdings umstritten. Zu den Kritikern gehörte unter anderem der Vorsitzende des Kunstvereins Pleissenland, Jürgen Szajny. Er fand den Standort an der trostlosen Wand für ungeeignet.


