Michael Kellner (links) und Daniel Cyriack testeten das betagte Kneipenmobiliar der Ausstellung. Im Hintergrund ist ein Bleiglasfenster aus der ehemaligen Geidel-Brauerei aus Werdau zu sehen.
Foto: Thomas Michel
Museum verwandelt sich in Kneipe
Neue Sonderausstellung eröffnet- Thema: Bierleidenschaften - Geplante Schau auf 2011 verschoben
Werdau. Werdau. Wer in den nächsten Tagen das Stadt- und Dampfmaschinenmuseum an der Holzstraße besucht, wird sich fühlen wie in einer urigen Kneipe. Diverse Brauereiartikel wie Werbetafeln oder Lederschürzen, schmücken die Wände. In Vitrinen stehen Biergläser aus Glas, Keramik oder Holz. Hinzu kommen verschiedene Bierdeckel sowie Brauereisouvenirs. Dazu zählen Streichholzschachteln und Flaschenöffner. In der Mitte der beiden Ausstellungsräume steht jeweils ein rustikaler Holztisch mit ebensolchen Stühlen. Bierhumpen, ein Aschenbecher mit einer Zigarre zieren die Tafeln. Was fehlt, das ist frisch gezapfter Gerstensaft in den Gläsern. Sonst wäre die Wirtshausatmosphäre komplett. Doch das ist nicht gewollt. Schließlich ist das Museum keine Kneipe. Die Einrichtung möchte die Besucher in den kommenden Wochen mit auf eine Reise in das Brauereiwesen nehmen. "Bierleidenschaften" heißt die neueste Ausstellung, die am Sonntag ohne großes Tamtam eröffnet wurde.
Die meisten Exponate der Schau stammen von Axel Mönnich aus Plauen. Der 46-Jährige sammelt seit Jahrzehnten Brauereiartikel und verfügt über eine der größten Sammlungen dieser Art in Deutschland. Das entsprechende Fachwissen eignete sich der Vogtländer während der Ausübung seines Berufes an. Axel Mönnich ist gelernter Brauer und übte den Beruf viele Jahre in Wernesgrün aus.
Ergänzt wird die Schau durch Exponate aus dem Fundus des Museums. Dieses erinnert an Ferdinand Geidel. Der Böttchermeister aus Crimmitschau gründete 1897 in Werdau eine Brauerei, deren Biere sich bis 1990 größter Beliebtheit erfreuten. Ein Brand vernichtete im Jahr 2000 einen Großteil des Firmengeländes. Sechs Jahre später wurde der Komplex abgerissen. Gerettet werden konnte ein Bleiglasfenster, das 1929 die Belegschaft der Brauerei spendete und jetzt in der Ausstellung zu sehen ist.
Mit der aktuellen Schau änderte das Werdauer Museum seinen Veranstaltungsplan. Ursprünglich sollte in den Sommermonaten eine Sonderschau zum Fraureuther Porzellan gezeigt werden. Mit der Thematik befasst sich derzeit eine Ausstellung im Greizer Schloss. In dieser sind etliche Exponate zu sehen, die aus dem Fundus des Werdauer Museums stammen. "Dadurch fehlen uns sehenswerte Stücke, sodass wir die Schau erst 2011 zeigen können", sagte der Chef der Werdauer Einrichtung, Hans-Jürgen Beier.
Mit der Exposition zum Brauereiweisen schließt das Museum nahtlos an seine vorherige Ausstellung an. Diese befasste sich mit der Geschichte des Gaststättenwesen in Werdau.


