Stadt geht mit Wärmflasche baden
Für Sahnbad-Einweihung gibt es ungewöhnlichen Termin: Am Montag wird mit Tee und Glühwein angestoßen
Crimmitschau. Die Handwerker haben die Sanierung der Beckenwände im Sahnbad abgeschlossen. Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) plant für Montag , 12 Uhr, die feierliche Übergabe. Daran können auch interessierte Bürger teilnehmen. Heiße Getränke und ein kleiner Imbiss stehen im Sahnbad bereit.
Rathaussprecher Sascha Vogelsang versucht, um Verständnis für die ungewöhnliche Terminwahl zu werben. "Viele Bürger haben in den vergangenen Wochen besorgt gefragt, ob das Sahnbad im kommenden Jahr eröffnet wird. Mit der Übergabe der Baumaßnahme wollen wir ein klares Zeichen setzen", sagt Sascha Vogelsang.
Mitglieder des Stadtrates schauen eher skeptisch auf die geplante Übergabe-Aktion. Wolfgang Spiegelberg (Linke) sagt, dass er die Details der Veranstaltung bisher nicht kennt. "Eine schöne Eröffnungsfeier zum Beginn der Badesaison wäre aus meiner Sicht sympathischer gewesen", kommentiert Spiegelberg. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt Hans-Jörg Laube (SPD): "Wir sind trotz aller Versäumnisse froh, dass die Bevölkerung das Sahnbad wieder nutzen kann. Nach den vielen Querelen gibt es aber keinen richtigen Grund zum Feiern."
Für die Sanierung der Beckenwände und der Steganlage hat Crimmitschau rund 150.000 Euro ausgegeben. Die Baumaßnahme sollte nach ersten Angaben der Stadt bis Ende Juni/Anfang Juli 2011 abgeschlossen sein. In diesem Fall hätte das große Becken in diesem Jahr noch mit Wasser gefüllt werden können. Daraus ist allerdings nichts geworden. Die Erneuerung der Beckenwände hat sich bis November hingezogen. Der Grund für die Verzögerung: Ein Unternehmen aus Leipzig, das den Auftrag erhalten hatte, zog sich kurz vor der Vertragsunterschrift zurück. Die Firma äußert sich nicht zur Entscheidung. Die Stadt prüft nun seit einem halben Jahr die Möglichkeit, gegen die Firma vorzugehen. "Wir können erst nach der Gesamtabrechnung abschätzen, ob es Sinn macht, Rechtsmittel einzulegen", sagt Sascha Vogelsang.
Auch im nächsten Jahr werden wieder Handwerker im Sahnbad auftauchen. Die Sanierung des Daches am Gebäude der Wasserwacht muss noch in Angriff genommen werden.
Die Maßnahme ist in diesem Jahr dem Rotstift zum Opfer gefallen. Die Stadt will das Geld für die Dacherneuerung nun in den Nachtragshaushalt für das kommende Jahr einordnen.


