Stadt will Königswalder Schule schließen
Stadtrat soll Ende März beschließen - Ausschuss lehnt Pläne ab - Vorschlag der Verwaltung: Kinder ziehen in die Umweltgrundschule um
Werdau. Werdau. Die Grundschule Königswalde soll nach den Plänen der Stadtverwaltung ab Juli geschlossen werden. Am 25. März soll der Stadtrat das Aus für die Königswalder Schule beschließen. Ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich. Denn in der nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses wurden die Pläne abgelehnt.
"So etwas ist nie angenehm, denn Schulen sollten dort bleiben, wo Kinder sind", sagte Oberbürgermeister Ralf Tittmann (Die Linke) auf einer Pressekonferenz. Die Kommune könne sich keine vier Grundschulen leisten, drei seien die Vorgabe des Kultusministeriums. Sinkende Schülerzahlen - für das Jahr 2010/11 liegen 21 Anmeldungen in Königswalde vor - und zahlreiche Mängel beim Brandschutz seien zwei Gründe für diese Überlegungen. In die drei anderen Grundschulen seien in den zurückliegenden Jahren nach Mehrheitsbeschlüssen im Stadtrat Fördergelder geflossen. "Damit besteht für uns eine 25-jährige Zweckbindungsdauer, sonst werden diese Mittel zurückgefordert", sagte Ralf Tittmann.
Einen Vorschlag hat die Verwaltung bereits parat. Die Königswalder Einrichtung zieht komplett in die Umweltgrundschule in Werdau-Ost um. Platz sei hier ausreichend vorhanden, so Ilona Wendler, zuständige Fachgruppenleiterin in der Stadtverwaltung. Sie betonte auch, dass sich die Schülerzahlen in Werdau nach der Wende halbiert hätten. "Bis 2020 gibt es keine Steigerungen. Im Moment lernen in den Grundschulen 167 Mädchen und Jungen. Das ergibt rein rechnerisch 6 Klassen in drei zweizügig geführten Einrichtungen." Die Königswalder Schüler könnten mit Bussen nach Werdau-Ost gefahren werden. Die Hortbetreuung bleibt in Königswalde. "Dieses Betreuungsangebot ist nicht an eine Schule gebunden", so Wendler.
Auch der Ortschaftsrat Königswalde ist gegen eine übereilte Schließung. "Wir hatten bisher noch keine Gelegenheit, darüber zu diskutieren, da das Thema nie offiziell an uns herangetragen wurde", kritisiert Ortsvorsteher Donald Winkler. Eine hastige Abwicklung komme nicht in die Tüte, sagt der Ortschef: "Wir wollen erst mal konkrete Zahlen sehen. Was kostet die Sanierung der Schule Königswalde? Wie viel Geld wird noch in die Umweltgrundschule fließen?" fragt Donald Winkler. Fakt sei - die Anmeldefrist für die ersten Klassen läuft. Viele Eltern würden aus den jetzt Schließungsplänen ihre Konsequenzen ziehen.


