Noch sind die Stockenten hin und wieder etwas flugfaul. Dann hilft Frank Löscher nach. Er hofft, dass er schon bald mit ihnen in Formation starten kann.Foto:
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Flieger filmt Flugversuche
Frank Löscher päppelt als Ersatzvater sechs Wildenten auf und dokumentiert die Fortschritte mit der Video-Kamera
Hartenstein. Enten großzuziehen ist keine leichte Übung. Frank Löscher aus Hartenstein kennt sich damit aus. Denn der 48-Jährige päppelt seit Ende Juni als Ersatzvater sechs Wildenten auf und dokumentiert die Fortschritte seiner flatterhaften Zöglinge mit der Video-Kamera. Fünf Kurzfilme sind so schon entstanden, die Einblicke in den ungewöhnlichen Alltag geben.
Denn fast rund um die Uhr halten die zweieinhalb Monate alten Stockenten den Unternehmer auf Trab: Sie brauchen Futter, Auslauf, Schwimmstunden, müssen regelmäßig gewogen werden, durchleben eine Kräfte zehrende Mauser und watscheln in jeder unbeobachteten Minute schnurstraks in Richtung Straße. "Sie fühlen sich einfach sehr sicher", sagt Frank Löscher. "Denn hier kennen sie sich aus."
Hier, das ist das Areal rund um sein Geschäft und einen Lebensmittel-Discounter im Gewerbegebiet in Hartenstein. Der Hobby-Pilot verkauft in seinem Laden Flugsport-Zubehör. Seine Leidenschaft zum Motor-Gleitschirm-Fliegen brachte ihn erst auf die Idee, übers Internet Eier zu bestellen und eine Entenaufzucht zu beginnen. Denn der Westsachse hat eine Vision: Gemeinsam mit dem Sextett will er durch die Lüfte segeln. So ähnlich, wie es im Film "Amy und die Wildgänse" zu sehen ist. Stetig hat er seine Mannschaft trainiert: Blies ihnen mithilfe des Rotors ordentlich Wind um den Schnabel, sodass sie Flatter-Übungen machten und dokumentierte später die ersten Bruchlandungen - der Enten, wohlgemerkt. Frank Löscher steigt aus Sicherheitsgründen nur auf, wenn der Wind für sein leichtes Fluggerät günstig ist.
Die Aktion hat schon ein Fernseh-Team in den beschaulichen Ort gelockt. Erst am Donnerstag hob der Pilot wieder ab. Seine Flugschüler zeigten sich indes eher bodenständig. Mit der Formation klappt es noch nicht. Frank Löscher hofft, dass sein Traum keine Luftnummer bleibt. In fremder Umgebung will er einen neuen Anlauf wagen. Dann, so glaubt er, schließen sie sich ihm an.


