Andrea Wunderlich in ihrer Freizeit-Dienstkluft. Die junge Frau ist stellvertretende Leiterin der Freiwilligen Feuerwehr Oberhohndorf und Zwickaus erste Zugführerin.
Foto: M. Richter
In ihrer Freizeit geht es heiß her
Andrea Wunderlich ist die erste Zugführerin in Zwickau
Zwickau. Zwickau. Wegen ihres Freundes ist Andrea Wunderlich damals in die Freiwillige Feuerwehr Oberhohndorf eingetreten. Inzwischen hat die ebenso fröhlich wie resolut wirkende junge Frau den Mann an ihrer Seite längst überholt. Seit kurzem ist sie nicht nur Stellvertreterin des Wehrleiters, sondern auch Zugführerin. Die erste Frau auf diesem Posten in Zwickau.
"Es ist wie überall: Je höher man kommt, desto weniger Frauen trifft man", sagt sie. Und ein Zugführer - pardon: eine Zugführerin - koordiniert während eines Einsatzes die Arbeit von mehreren Wagen. Das ist durchaus ziemlich hoch angebunden. "Wir tragen eine enorme Verantwortung", beschreibt sie die Aufgabe. "Wichtig dafür sind technisches Wissen, Führungsqualitäten und der Wille, sich regelmäßig zu beweisen." Klingt tatsächlich zunächst nach eher männlichen Eigenschaften, doch Andrea Wunderlich wirkt bei weitem nicht männlich. Und sie sieht sich auch nicht als besserer Mann. "Ich fühle mich bei uns völlig gleichberechtigt behandelt", sagt sie. Das rührt sicher auch daher, dass sie keine Berührungsängste kennt. Weder ihren Kolleginnen und Kollegen gegenüber noch bei Einsätzen. Da gibt es hin und wieder doch Dinge zu sehen, die zarte Gemüter erschüttern. Und noch etwas verbucht die Rothaarige auf der Habenseite: "Ich habe keine Scheu, einen Mann auch mal um Hilfe zu bitten."
Während des Lehrgangs auf der Landesfeuerwehrschule war sie die einzige Frau unter 21 Teilnehmern. "Die Männer dort fanden das gut", berichtet die Frau, die ihr Geld in der Stadtverwaltung Zwickau verdient. Sie sieht sich nicht als Karrieristin, auch nicht bei der Feuerwehr. "Ich mache einfach das, was in meinen Möglichkeiten steht. Auf diese Weise bin ich auch meinen Weg bei der Feuerwehr gegangen."
Andrea Wunderlich tritt selbstbewusst auf und vermittelt ihrem Gegenüber den Eindruck, dass sie zupacken kann. Andererseits leistet sie sich Pausen im Gespräch - sie muss nicht gleich lossprudeln, sondern denkt erst nach, ehe sie antwortet. Zum Beispiel wenn es um den Sinn des Frauentages geht. "Ich erwarte zum Frauentag keine Geschenke. Andererseits: Welche Frau freut sich denn nicht über Blumen", fragt sie ganz pragmatisch. Natürlich darf sich Andrea Wunderlich am Montag über Blumen freuen. Schließlich hat sie Geburtstag. 29 wird sie.


