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Foto: Tilo Steiner

Polizeigebäude warten auf Sanierung

Das Revier in Werdau platzt aus allen Nähten, das in Glauchau ist feucht. Und auch in Zwickau sieht's mehr als trist aus.

Von Frank Dörfelt
erschienen am 19.05.2017

Zwickau. Das letzte Interview, das Reiner Seidlitz als Präsident der Polizeidirektion Zwickau vor seinem Wechsel nach Dresden gab, hatte es in sich. Darin sagte er zum Zustand der Polizeistandorte im Landkreis: "Seit Jahren wird über dringend notwendige Baumaßnahmen geredet, passiert ist nichts." Die von ihm benannten Mängel an den Revier-Gebäuden in Zwickau, Glauchau und Werdau stellen - wenn auch nur indirekt geäußert - eine Kritik am Sächsischen Staatsbetrieb für Immobilien und Baumanagement (SIB) dar, der für die Gebäude des Freistaates verantwortlich ist.

Vor allem die Polizisten im Werdauer Revier hätten eindeutig zu wenig Platz. Um die Raumnot in den Griff zu bekommen, kündigte Seidlitz das Aufstellen von Containern an. Tatsächlich fehlen in Werdau derzeit insgesamt etwa 1000 Quadratmeter Fläche, wie die Pressesprecherin der Polizeidirektion, Anett Münster, bestätigte. "Die angestrebte Interimslösung mit Containern deckt vorerst einen Anteil des Bedarfs für das Polizeirevier Werdau ab", sagte sie. Unter anderem soll damit Platz geschaffen werden für Asservatenräume und eine barrierefreie Aufnahme von Anzeigen.

Das Geschehen wird auch in Wilkau-Haßlau aufmerksam verfolgt. CDU-Stadtrat Stefan Jung glaubt nämlich, dass man gar keine Container bräuchte. Man müsse nur andere Kapazitäten richtig ausnutzen: "Das Polizeirevier Werdau ist zuständig für den gesamten südlichen Landkreis, zu dem auch die Stadt Wilkau-Haßlau gehört", erklärte er. "Dort wurde 2006 ein neues Polizeirevier errichtet, dessen Nutzung in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt wurde." Jung will nun wissen: Gibt es hier möglicherweise ungenutzte Raumkapazitäten, die die teuren Container überflüssig machen könnten?

"Nein, die gibt es nicht", sagte Anett Münster. Es stehe so gut wie keine freie Fläche zur Verfügung. Das Gebäude werde bereits als Polizeistandort genutzt. Untergebracht seien dort unter anderem Arbeits-, Funktions- und Sozialräume sowie der Polizeivollzugsdienst. Anett Münster bestätigte jedoch, dass das im Volksmund "Blechbüchse" genannte Gebäude auf eine Eignung als Polizeirevier - als solches war es vor elf Jahren gebaut worden - geprüft wurde. Weil aber keine freien Flächen vorhanden sind, wurden die Pläne wieder verworfen.

Derweil beschäftigt sich auch die Politik mit dem Problem. Der westsächsische CDU-Landtagsabgeordnete Jan Löffler schlägt vor, den Standort des Grundbuchamtes von Werdau an den Hauptsitz des Amtsgerichtes nach Zwickau zu verlegen. Neu ist diese Idee zwar nicht. Laut Löffler könnte man damit allerdings die Polizei im jetzigen Justizstandort an der Zwickauer Straße in Werdau unterbringen.

Beim SIB wollte man sich nicht zu möglichen Umzugsplänen äußern. Allerdings arbeite man an einem Gesamtkonzept. "Das Projekt Polizeirevier Werdau befindet sich gegenwärtig in einem noch nicht abgeschlossenen Planungs- und Genehmigungsprozess", hieß es. Zu diesem Zeitpunkt könnten keine belastbaren Aussagen zu baulichen Maßnahmen, Varianten oder Zeiträumen getroffen werden.

Auch die Polizisten im Revier am Scherbergplatz in Glauchau würden sich über schnelle Baumaßnahmen und damit eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen freuen. "Das Gebäude ist feucht, und es harrt einer Grundsanierung", hatte Seidlitz gesagt. Doch auch hier verweist der SIB auf fehlende Konzepte und ausstehende Planungen. Dabei gibt es Parallelen zu Werdau und Wilkau-Haßlau: In Hohenstein-Ernstthal war vor einigen Jahren ebenfalls ein Neubau als Polizeirevier errichtet worden. Mit der Polizeireform wurde daraus ein einfacher Polizeistandort, der nach Informationen der "Freien Presse" durchaus Leerstand aufweist. Bestätigen wollte das jedoch niemand. "Wir müssen einfach flexibel bleiben, was die Nutzung und Aufteilung der Räume innerhalb einer Dienststelle angeht", sagte Pressesprecherin Anett Münster.

Regelrecht bescheiden sind indes die Beamten im Revier am Alten Steinweg in Zwickau. Sie nutzen das jüngste aller Gebäude - doch auch der DDR-Bau ist in die Jahre gekommen. Reiner Seidlitz hinterließ seinem Nachfolger Conny Stiehl, dass sich die Mitarbeiter zudem einen neuen Schießplatz wünschen. Immerhin: Am 2. Juni soll die Sanierung des Präsidiums an der Lessing-straße beginnen. (mit ael)

 
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