Riesen-Eisspeicher läuft später an
Staatsbetrieb begründet Verzögerung mit Lieferproblem für ein technisches Bauteil
Zwickau. Zwickau. Der Riesen-Eisschrank für die Westsächsische Hochschule in Zwickau (WHZ) geht deutlich später in Betrieb als geplant. Voraussichtlich erst Anfang des nächsten Jahres sollen Einbau und Testphase abgeschlossen sein - also mit rund einem halben Jahr Verzögerung. Ursprünglich nämlich hatte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), der den so genannten Vakuumeisspeicher für 350.000 Euro baut, bereits im Mai die rund sechswöchige Testphase beginnen wollen. Ab Jahresmitte sollte die Anlage regulär laufen.
Testläufe starten im November
Bereits dieser Plan war zuletzt jedoch hinfällig gewesen. Weil der Winter länger dauerte als gedacht, hatte der SIB den Start auf Anfang Oktober verschoben. Die jetzt bekannt gewordene erneute Verzögerung begründet Uwe Tischer, der persönliche Referent des SIB-Geschäftsführers Dieter Janosch, mit "technischen Problemen". Es gebe zurzeit Lieferschwierigkeiten für ein technisches Teil. Deshalb sei die Installation der Anlage noch nicht abgeschlossen worden. Wohl frühestens Mitte November könnten die ersten Probeläufe starten.
Bei dem Vakuumeisspeicher handelt es sich im Grunde um eine riesige Klimaanlage. Angeschlossen wird er an das Kältenetz der Hochschule. Abgedeckt werden soll der hohe Kältebedarf zum einen in der Halle des Fachbereichs Versorgungs- und Umwelttechnik und zum anderen im August-Horch-Bau, teilte Andrea Krieger, Sprecherin des Immobilien-Staatsbetriebes, mit. Tagsüber gibt der Eisspeicher Kälte ab, nachts kann er durch die niedrigen Außentemperaturen energetisch günstig wieder aufgeladen werden.
Anlage ist ein Pilotprojekt
Die Anlage ist ein Pilotprojekt. Sie basiert auf einer Entwicklung des Institutes für Luft- und Kältetechnik (ILK) in Dresden. Neben dessen Versuchsanlage wird der Vakuumeisspeicher an der Zwickauer Hochschule die einzige Anlage dieser Art sein, sagt Andrea Krieger.
Funktionieren wird die Anlage nicht mit chemischem Kältemittel, sondern ganz einfach mit Wasser. Im Vakuum verdampft es und gefriert zugleich durch seine eigene Verdunstungskälte. Dabei entsteht ein Eis-Wasser-Gemisch, das zur Kühlung eingesetzt werden kann.


