Die Katzen der mutmaßlichen Terroristin Beate Zschäpe sind in Vielau untergekommen. Die eine ist scheu, ...
Foto: Andreas Wohland
Streit um Katzen der mutmaßlichen NSU-Terroristin Zschäpe
Im Tierheim Vielau werden sie versorgt, doch keiner begleicht die Rechnung
Zwickau/Vielau. Das Bundeskriminalamt (BKA) muss für die beiden Katzen der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe aufkommen. So sieht es Claudia Ruf, die Vorsitzende des Zwickauer Tierschutzvereins, in dessen Vielauer Tierheim die Tiere seit 4. November leben. Etwas mehr als 1000 Euro für Kost, Logis und Tierarztkosten sind seitdem und bis Ende Januar angefallen, sagt Ruf. Allein: Das BKA will nicht zahlen. Der Verein, der sich zu einem großen Teil aus Spenden finanziert und jeden Cent zweimal umdrehen muss, bleibt auf den Kosten sitzen.
Dass die Katzen in Vielau eingezogen sind, sei dabei Ergebnis eines Routinevorgangs gewesen. Zschäpe hatte sie am 4. November, kurz nachdem das Haus an der Frühlingsstraße 26 explodiert war, einer zwei Hauseingänge weiter wohnenden Familie gegeben und war geflohen. Die Familie gab die Tiere an das Zwickauer Ordnungsamt weiter, das die Tiere nach Vielau ins Heim brachte. "Wir haben eine Regelung mit der Stadt, dass sie uns zum Beispiel nach Wohnungsbränden Fundtiere vorbeibringt", sagt Claudia Ruf. Im Tierheim kämen sie solange unter, bis der Besitzer sie wieder abholen kann. "Die Stadt zahlt für die Unterbringung und holt sich das Geld vom Eigentümer zurück", sagt Ruf.
... die andere verschmust. Wie alt die Katzen sind, wissen die Tierheim-Mitarbeiter nicht.
Foto: Andreas Wohland
Doch diesmal war alles anders. Zunächst lag die Katzen-Verantwortung bei der Zwickauer Polizei, weil sie anfangs die Ermittlungen zum Wohnhausbrand an der Frühlingsstraße aufgenommen hatte. Als sich später herausstellte, dass dort drei Terroristen lebten, übernahm das Bundeskriminalamt den Fall - und damit auch die Zuständigkeit für die Katzen. Denn: "Die jeweils ermittelnde Behörde ist für die Tiere verantwortlich", sagt Oliver Wurdak, Sprecher der Polizeidirektion.
Während die Zwickauer Polizei die sechs Euro pro Tier und Tag im Tierheim, die bis 11. November angefallen waren, an den Tierschutzverein überwies, drückt sich das BKA darum, die Rechnung für die Zeit danach zu begleichen. In einem Schreiben an den Verein heißt es am 18. Januar: "Das Bundeskriminalamt ist weder Eigentümer noch Halter der Tiere und kann daher für die Kosten nicht in Anspruch genommen werden". Einen Tag später teilt die Behörde darüber hinaus mit, dass das Tierheim sein Geld von Beate Zschäpe einfordern müsse. Die sitzt allerdings im Gefängnis.
Claudia Ruf packt die Wut. "Es ist ein generelles Problem, dass Tierschutzvereine staatliche Aufgaben ko- oder gar komplett finanzieren", sagt sie. Vermitteln könne sie die Katzen auch nicht, solange Zschäpe sie nicht freigibt. Laut Polizeisprecher Wurdak hat sie sechs Monate Zeit zu erklären, wie die Zukunft der Katzen aussehen soll. Verstreicht die Frist, gelten die Katzen als Fundtiere - erst dann dürfe das Tierheim einen neuen Besitzer suchen.


00:22 Uhr
Landvogt: Verstehe nicht, warum das BKA nicht die paar Euro zahlt und dieser lächerliche Vorfall durch die Presse gehen muss?
16:53 Uhr
RabenschwarzesICH: ich kann nir genauso mit dem Kopp schütteln. Warum hat man im Artikel eigentlich nicht mit geschrieben, dass das BKA sogar Speichelproben von den Katzen genimmen hat? Woher ich das weiß? Geheimnis *gg*.
13:16 Uhr
809626: "Kopp scüttel" deshalb, weil ich es genauso sehe, wie Ihr!
13:06 Uhr
klapp: nach dem lesen des artikels werden wohl viele sympathisanten von Tschäpe genügend futter zum tierheim bringen. der artikel ist ja geradezu ein aufruf dafür.
12:45 Uhr
Matthias1: Das ist das Top-Thema? Haben wir wirklich keine drängenderen Probleme als zwei Katzen im Tierheim? Mir scheint, manch einer bei dieser Zeitung bringt für zwei Katze weit mehr Mitgefühl auf als für die 10 getöteten Türken.