Der tägliche Stau an der Moccabar soll sich mittelfristig entspannen.
Foto: Marcus Richter
Westtangente könnte Verkehr in Zwickauer Innenstadt reduzieren
Entwurf zum Verkehrsentwicklungsplan sieht keinen Tunnelbau vor
Zwickau. Ein Tunnel kommt nicht mehr in die Stadt: Da lässt Andreas Schlachte nicht mit sich handeln. Der Sachgebietsleiter für Verkehrsplanung im Tiefbau hat dem Vorschlag von Andreas Kottusch eine klare Absage erteilt. Der Architekt hatte am Donnerstag während der Vorstellung des Verkehrsentwicklungskonzeptes angeregt, auf der Humboldtstraße durch eben solch ein Bauwerk Ruhe zu schaffen.
Schlachtes Antwort war eindeutig: "Das ist überhaupt nicht im Rahmen des Machbaren." Denn auch die Anschlüsse zu den anderen Straßen müssten quasi tiefer gelegt werden. Dann doch lieber eine ganz neue Straße bauen. Das ist der Vorschlag, den das Dresdner Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme, kurz Ivas, gemacht hat. Von dem Unternehmen stammt der gesamte Konzeptentwurf, und dessen Chef Dirk Ohm erläuterte, was es mit der geplanten Innenstadttangente auf sich hat: "Diese Straße, die vor Jahren als Westtangente bezeichnet wurde, leitet den Verkehr aus der Innenstadt ab. Sie führt in einem ersten Abschnitt von der B 93 über die Breithaupt- bis zur Reichenbacher Straße. Der zweite Abschnitt geht dann weiter bis zur Kopernikusstraße." In seinen Augen ist dies die wichtigste Maßnahme, die im gesamten Konzept steht.
Das sehen auch Baubürgermeister und Tiefbauamt so. Dennoch ist es derzeit nicht mehr als ein Vorschlag. Weder hat der Stadtrat das bis 2025 angelegte Konzept beschlossen, noch ist das Papier mehr als ein Leitfaden. Dennoch: Der Wille zum Straßenbau war nicht zu überhören. Und Ivas-Geschäftsführer Ohm hatte auch Argumente parat: Der erste Bauabschnitt soll allein täglich rund 13.500 Fahrzeuge aufnehmen. Gleichzeitig würde die Humboldtstraße um 11.300 Gefährte entlastet. Bei der Reichenbacher Straße wären es 4400, und 9200 auf der Verbindung von Reichenbacher zu Werdauer Straße.
So wünschenswert das für die Anwohner dieser Straßen ist - Architekt Kottusch denkt bei seiner Kritik auch an die Anwohner im Gebiet am Schwanenteich. "Die werden zusätzlich belastet." Aus diesem Grund müsste man nach Ansicht von Dirk Ohm auch in Sachen Schallschutz mehr machen, als gesetzlich vorgeschrieben ist, sagte er. Von seinem Vorschlag wollte er nicht abrücken. Denn auch alternative Streckenführungen wie etwa über die Bürgerschachtstraße habe das Büro geprüft - und verworfen. "Es ergaben sich nicht die erhofften positiven Aspekte", sagte Tiefbauamtsleiter Thomas Pühn. Mit Blick auf die geplante Innenstadttangente versuchte er, der Diskussion um das Wohngebiet am Schwanenteich ein wenig die Schärfe zu nehmen: "Die Trasse wird nicht vier- sondern nur zweispurig ausgebaut." Wann und wo genau das geschehen soll, steht noch in keinem Plan.



09:12 Uhr
Sven0: Ich wohne in Zwickau. Fahren Sie mal von Oberhohndorf nach Marienthal oder auf die Werdauer Str.
Man muss sich dazu durch die gesamte Innenstadt quälen, dieses Konzept ist nicht mehr zeitgemäß. Als einzige Schnellstrasse gibt es in Zwickau nur die B93, aber die deckt nur die Verbindung Nord-Süd ab. Und das wurde auch nur ausgebaut wegen dem damailigen Druck durch VW Mosel.
08:09 Uhr
Frank67: Ja ja so ist es immer wieder.
Alle wollen schnell voran und keiner will aber die Straßen vor der Haustüre haben.
Die Westtangnte ist eine absolut gute alternative zu vorrhandenen Straßen.
Die ideale Weiterführung ist die Straße am Bahnhof mit neuen Tunnel durch die Bahn bis zur Kopernikus/ Werdauerstraße.
Hier wird dann an die Nordumfahrung angebunden -> Pölbitzerstraße.
20:12 Uhr
Schwanenteichanwohner: Alle Jahre wieder treiben Leute, die nicht in Zwickau wohnen aber den hiesigen Verkehr "planen" mal wieder die Sau "Westtangente" durchs Dorf. Denken die Presseleute eigentlich auch mal nach, was sie so abschreiben? Eine zweispurige "Tangente" soll die dreispurige Humboldtstraße entlasten. Der Ampelstau verlagert sich von der Mokkabar/Sparkasse an die Reichenbacher oberhalb der JET-Tankstelle. Entlastet werden die "Anwohner" der Humboldtstraße - und die sollen doch in den nächsten Jahren eine neue JVA bekommen. Anwohner z.B. der Breithauptstraße haben von diesem Konzept gar nichts und wir haben den Lärm im Wohngebiet. Wie soll denn die Weiterführung von der Reichenbacher zur Werdauer Straße aussehen: großflächiger Abriss der Bahnhofsvorstadt, wie zu DDR-Ende geplant?
18:26 Uhr
Sven0: Es müsste in Zwickau eine Innenstadt-Umgehungsstrasse geben, ähnlich wie in Chemnitz der Südring. Also das man von der Wildenfelser-Str. oder Oskar-Arnold-Str. (B93) nach Marienthal fahren kann ohne durch die Innenstadt zu müssen. Aber das wird - wenn überhaupt - erst ca. 2040 in Angriff genommen, und dann brauche ich es auch nicht mehr :-)