Frank Löscher hat seine Stockenten gefunden: An einem Teich im Ortsteil Zschocken hat sich das Sextett niedergelassen.
Foto: Frank Löscher
Wildenten leben jetzt wild
Stockenten von Frank Löscher haben ihren Ziehvater verlassen
Hartenstein. Ente gut, alles gut: Die Wildenten, die Frank Löscher aus Hartenstein seit Ende Juni aufzog, haben ihr warmes Nest verlassen und nun endgültig die Flatter in die Wildnis gemacht.
Von einem morgendlichen Rundflug kamen sie am Dienstag nicht zu ihrem Ziehvater zurück, berichtete er am Mittwoch der "Freien Presse". Der 48-Jährige begab sich daraufhin in die Richtung auf die Suche, wo er seine gefiederten Freunde zuletzt am Himmel gesehen hatte. An einem Teich im Hartensteiner Ortsteil Zschocken fand er das schnatternde Sextett: Karlsson, der dicke Bruno, Roberta, Sven, Rotscha und Blauscha wirkten in der neu entdeckten Freiheit quietschvergnügt. "Sie schwammen auf mich zu und begrüßten mich lautstark", berichtet er lächelnd. "Aber aus dem Teich heraus wollten sie nicht." Frank Löscher musste allein nach Hause gehen.
Doch auch wenn ihm der Abschied nach zwölf Wochen schwer fällt: Der Hobby-Pilot ist froh, dass seine Ziehkinder nun selbstständig sind. Schließlich plante er von Beginn des Projektes an, die Tiere später auszuwildern. Viel Zeit blieb vor der kühlen Jahreszeit dafür nicht mehr. "An diesem großen Teich werden sie gut überwintern können", hofft Löscher nun. "Gut genährt sind sie ja. Hoffentlich holt sie nicht ein Fuchs." Am Mittwoch brachte der Hartensteiner ihnen noch eine Portion Kraftfutter zur Stärkung. "Bei der Gelegenheit ließen sie sich auch noch einmal von mir streicheln", erzählt er. Einen Spaziergang zum Teich wird er in Zukunft gemeinsam mit seiner Frau öfter unternehmen. Nach Hause locken will er die Enten aber nicht mehr. Das Abenteuer ist abgeschlossen. "Auch wenn ich gerne noch einmal mit ihnen geflogen wäre, bin ich froh, dass sie sich einen so idealen Platz für ihre Freiheit ausgesucht haben", sagt er.
Erst Ende vergangener Woche ging für Frank Löscher ein großer Traum in Erfüllung: Vom Flugplatz im thüringischen Göpfersdorf aus startete der Motor-Gleitschirm-Pilot mit seinen Enten zu einer Runde über die Dächer nördlich von Waldenburg. Es war der erste gemeinsame Flug des Gespanns. Für diesen Moment hatte Frank Löscher die Entenaufzucht begonnen.
Für nächstes Jahr plant er, das Projekt mit Wildgänsen zu wiederholen. Denn sie sollen sich anhänglicher als Enten verhalten. Dann, so hofft Löscher, könnte auch ein perfekter Formationsflug klappen.


