"Freie Presse"-Chefredakteur Torsten Kleditzsch (li.) und Leser-Obmann Reinhard Oldeweme beantworteten Ihre Fragen am Telefon und im Chat.Foto: Ronny Rozum
Chatprotokoll: Der Leserobmann der "Freien Presse"
Antworten von Reinhard Oldeweme und Chefredakteur Torsten Kleditzsch
Mit Reinhard Oldeweme haben "Freie Presse"-Leser einen Ansprechpartner, der sich ab sofort ausschließlich, um die Anliegen der Leser kümmert. Heute stellt sich der Leser-Obmann gemeinsam mit "Freie Presse"-Chefredakteur Torsten Kleditzsch von 17.30 Uhr bis 19 Uhr im Chat Ihren Fragen. Bitte beachten Sie, dass es sich um einen moderierten Chat handelt. Ihre Fragen werden Schritt für Schritt freigeschaltet - auf diese Weise behalten Sie und wir den Überblick.
(Moderator1) Liebe Chat-Teilnehmer! In wenigen Minuten geht es los, Sie können bereits jetzt Ihre Fragen stellen. Wir werden sie Schritt für Schritt freischalten.
(Moderator1) Es kann losgehen - willkommen zum Chat mit Leser-Obmann Reinhard Oldeweme und Chefredakteur Torsten Kleditzsch! Wir erwarten Ihre Fragen ...
(Moderator1) Zunächst eine Frage an Reinhard Oldeweme: Wie ist die Resonanz auf das Vorhaben "Leser-Obmann"?
(LeserObmann) Die Resonanz hat mich echt überwältigt, heute morgen Stand das Telefon zwei Stunden lang nicht still, insgesamt über den Tag verteilt haben mehr als 20 Leser bei mir angerufen, es sind ebenso viele Mails eingegangen. Bei den meisten Fragen ging es um lokale Themen, viele Leser wollten auch einfach nur ihre Meinung zu aktuellen Themen sagen. Beides ist mir sehr willkommen, und wenn ich helfen kann, haben alles etwas davon. Das ist meine Aufgabe als Leser-Obmann.
(Gast67) Warum braucht die Freie Presse einen Leser-Obmann?
(LeserObmann) Weil es endlich einen zentralen Ansprechpartner für die Leser gibt, die sich sonst durchtelefonieren müssen, bis sie den richtigen Ansprechpartner haben. Und außerdem: Der Leser-Obmann ist immer zuerst auf Seiten der Leser, er vertritt ihre Interessen, er ist ihre Stimme in der Redaktion. Und dies ist ein Versprechen: Eine Stimme, die auch gehört wird.
(Moderator1) Eine Stimme im Zweifel gegen die Redaktion?
(LeserObmann) Wer Fehler macht, sollte auch dazu stehen, dies ist die Überzeugung des Leser-Obmanns, und das bedeutet: Nicht nur im Zweifel gegen die Redaktion, sondern immer für die Wahrheit und die Sache an sich.
(Gast67) Habe ich Probleme mit der Zeitung, wende ich mich also künftig an Sie und Sie leiten mein Problem an die betreffende Stelle weiter? Oder wie läuft das?
(LeserObmann) Damit ist quasi der Nagel auf den Kopf getroffen, wie man so schön sagt, besser hätte ich das auch nicht formulieren können.
(Moderator1) Herr Kleditzsch, gibt es ein "Vorbild" für den Leser-Obmann?
(TorstenKleditzsch) In Deutschland gibt es nur ganz wenige Zeitungen, die eine solche Möglichkeit geschaffen haben. Ich selbst bin diesem Modell eher zufällig erstmals bei der Mainpost in Würzburg begegnet. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Seitdem trage ich das Projekt in meinem Kopf. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, es zu realisieren. In Österreich ist diese Form des Leser-Kontakts verbreiteter.
(Gast88) Wenn meine Zeitung morgens nicht geliefert wird sind sie also auch mein Ansprechpartner?
(TorstenKleditzsch) Wenn es sich um Einzelfälle handelt, rufen Sie am besten die Servicehotline 08008080123 an, wenn die Zustellung mehrfach nicht klappt, dann wenden Sie sich an unseren Leser-Obmann.
(Moderator1) Wir bitten um ein klein wenig Geduld, Reinhard Oldeweme und Torsten Kleditzsch absolvieren neben dem Chat auch das Telefonforum.
(Gast85) Was qualifiziert gerade Sie, Herr Oldeweme, für den Job als Leser-Obmann? Warum wurden Sie und kein/e andere/r Redakteur/in ausgewählt?
(Moderator1) Inzwischen noch eine Frage an den Chefredakteur ...
(Gast85) Herr Kleditzsch, glauben Sie, dass ein verstärktes Zugehen auf die Leser (wie etwa mit dem
Leser-Obmann) die Geschäftszahlen der Freien Presse (vor allem die Zahl ihrer Abonnenten) positiv beeinflussen wird?
(TorstenKleditzsch) Ich würde mich zumindest darüber freuen. Langfristig wird nur die Zeitung erfolgreich sein, die die Leser ernst nimmt, ohne ihnen nach dem Mund zu schreiben.
(Moderator1) Zurück zur Frage nach der Qualifikation für den Job als Leser-Obmann...
(LeserObmann) Was mich qualifiziert, das ist eine gute Frage, die beste Antwort wäre: Wir telefonieren mal eine halbe Stunde miteinander und Sie sagen mir, wie das so rüberkommt, was ich so sage. Aber mal im Ernst: Ich kenne die Zeitung einschließlich aller redaktionellen Abläufe gut und weiß, warum vieles genau so ist und nicht anders. Vielleicht fällt es mir auch besonders leicht, Dinge zu erklären oder auf den Punkt zu bringen, was ja eigentlich die wichtigste Aufgabe eines Journalisten ist.
(AnkeKramer_Mittweida7) Welches ist das komplizierteste Anliegen, das in diesen ersten Tagen an Sie herangetragen wurde?
(Moderator1) Während Reinhard Oldeweme die Frage beantwortet, eine weitere Frage von Karin Rietschel ...
(KarinRietschel_Chemnitz) Meine Frage ist schon etwas spezieller: Ich bin ein großer Fan vom Karikaturisten HerrnTomicek. Wunderbar, wie er Aktuelles mit Witz bzw. Spott verbindet! Ist er ein Chemnitzer? Kann man ihn nicht einmal näher vorstellen?
(Moderator1) Nun die Antwort zum bisher schwierigsten Fall...
(LeserObmann) Das kompliziertes Anliegen war ohne Zweifel die Frage eines Lesers, warum die Zeitung nicht mal darüber schreibt, dass nichts gegen den Lärm von Motorräder unternommen wird. Der Mann wohnt an einer Straße, die als Rennstrecke genutzt wird. Kompliziert ist das, weil ich vollstes Verständnis für dieses Anliegen habe, aber erst lange überlegen und dann entscheiden musste, wie eine Zeitung diesem Leser helfen kann. Ich hatte aber auch eine emotionalste Frage: Eine ältere Leserin wollte wissen, wie sie den Korrespondenten erreicht, der über das Hochwasser in Polen berichtet hat; sie ist dort aufgewachsen und würde nun gerne erfahren, wie schlimm die Folgen sind.
(TorstenKleditzsch) Es freut mich, dass Ihnen unsere Karikaturen zusagen. Herr Tomicek ist kein Chemnitzer, sondern wohnt in Werl (NRW). Er ist einer der am häufigsten gedruckten Karikaturisten Deutschlands. Sie finden mehr über ihn unter www.tomicek.de. Ihn bei Gelegenheit wieder einmal vorzustellen, ist eine gute Idee.
(Moderator1) Nanu, sind alle Fragen beantwortet?
(Gast101) Schreiben Sie doch bitte noch, wie man Sie erreichen kann.
(LeserObmann) Die beste Möglichkeit ist das Telefon, meine Nummer ist 0371 656-65666 (ich weiß, die Ziffern stimmen nachdenklich), jeden Morgen bleibe ich zwischen 10 bis 12 Uhr am Telefon sitzen, die restliche Zeit des Tages gehe ich natürlich auch ran, aber ich sitze natürlich nicht immer am Schreibtisch. Wenn ich länger weg bin, geht der Anrufbeantworter ran, ich rufe dann tatsächlich schnell zurück. Man kann mir aber auch eine Mail unter leser-obmann@freiepresse.de schicken, ich melde mich dann.
(Gast101) Schreiben Sie doch bitte noch, wie man Sie erreichen kann.
(LeserObmann) Die beste Möglichkeit ist das Telefon, meine Nummer ist 0371 656-65666 (ich weiß, die Ziffern stimmen nachdenklich), jeden Morgen bleibe ich zwischen 10 bis 12 Uhr am Telefon sitzen, die restliche Zeit des Tages gehe ich natürlich auch ran, aber ich sitze natürlich nicht immer am Schreibtisch. Wenn ich länger weg bin, geht der Anrufbeantworter ran, ich rufe dann tatsächlich schnell zurück. Man kann mir aber auch eine Mail unter leser-obmann@freiepresse.de schicken, ich melde mich dann.
(Gast115) Herr Oldeweme, wann wird ihr nächster Blog-Eintrag erscheinen. Dort heißt es ja, dass Sie jeden Tag mit den Lesern reden möchten.
(LeserObmann) Das tut mir ausgesprochen leid, dass ich heute einfach nicht dazu gekommen bin, weil mir vor lauter telefonieren der Kopf raucht, aber ich gelobe Besserung, und morgen können Sie ganz bestimmt wieder etwas in meinem Blog lesen und mir auch Ihre Meinung dazu sagen. Ich freue mich wirklich darauf, aber mein Kopf ... Sie verstehen schon, von meinen glühenden Ohren ganz zu schweigen.
(Gast101) und wenn sie krank oder im urlaub sind, dann haben sie einen stellvertreter?
(LeserObmann) Das habe ich meinen Chefredakteur auch schon gefragt, natürlich wird es eine Lösung geben, aber es kann auch sein, dass wir dann das Angebot es Leser-Obmann ein wenig kleiner halten müssen.
(TorstenKleditzsch) Die Lösung ist einfach: Urlaub gibt es nicht. Im Ernst, natürlich wird es für diese Zeit einen Stellvertreter geben. Das Telefon wird in der Woche täglich besetzt sein.
(Moderator1) Gut, zum Schluss eine weitere Frage an den Leser-Obmann: Wann werden Sie für die Leser eine erste Bilanz Ihrer Arbeit ziehen?
(AnkeKramer_Mittweida) Warum heißt es eigentlich "Obmann"? Ist den Wortakrobaten von der Zeitung nichts zeitgemäßeres eingefallen?
(TorstenKleditzsch) Ehrlich gesagt, nein. Wie lautet Ihr Vorschlag?
(LeserObmann) Politiker haben immer 100 Tage, um vor ersten Bilanzen sicher zu sein, diese Zeit möchte ich mir eigentlich auch gerne nehmen. Allerdings weiß ich schon nach dem ersten Tag, dass das Fazit auf jeden Fall ein positives ein wird, so viel wie heute los war ...
(Moderator1) Hat sich der Leser-Obmann wieder vorgedrängelt ... Zurück zu Frau Kramer ...
(AnkeKramer_Mittweida) Ich bin ja kein Wortakrobat ;-) Aber wenn mir etwas besseres einfällt, schicke ich eine Mail.
(TorstenKleditzsch) Danke. Ich bin gespannt: torsten.kleditzsch@freiepresse.de
(Moderator1) So, damit ist unser Chat zuende. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und Reinhard Oldeweme sowie Torsten Kleditzsch und wünschen einen angenehmen Abend - das Chatprotokoll ist in Kürze nachzulesen unter www.freiepresse.de/chat_obmann