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Bus, Bahn und Straßenbahn werden in diesem Jahr teurer
Preise im Verkehrsverbund Mittelsachsen sollen um acht Prozent steigen
Chemnitz. Für die meisten Fahrgäste im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) wird die Bus-, Bahn- und Straßenbahnnutzung ab August teurer. Laut VMS-Chef Harald Neuhaus ist im Durchschnitt mit einer Preissteigerung um acht Prozent zu rechnen. Binnen der vergangenen zehn Jahre ist das die siebente und kräftigste Erhöhung. Betroffen ist der Landesdirektionsbezirk Chemnitz - mit Ausnahme des Vogtlandkreises. Im Vogtland sind derzeit keine Preiserhöhungen geplant.
Begründet wird der Zuschlag für das VMS-Gebiet mit der Kostensteigerung. Vor allem für Strom und Kraftstoffe müssen die 25 Verkehrsunternehmen des VMS tiefer in die Tasche greifen. Auch für die Löhne haben einige Unternehmen mehr Geld aufzubringen.
Komplett unangetastet sollen die Elternbeiträge zu den Schülerverbundkarten bleiben. Ein solches Ticket fürs Schuljahr 2011/12 kostet 358 Euro, wovon die Familien 80 Euro zahlen. Der Rest wird von den Landkreisen übernommen. Sie werden auch die Preissteigerung abfangen müssen, denn der Elternanteil ist in einer Schülerbeförderungssatzung festgeschrieben. Unter Experten gilt als sicher, dass dieser Passus in diesem Jahr nicht angetastet wird. Schülerverbundkarten sind ein Verkaufsschlager. 36.000 wurden für dieses Schuljahr ausgegeben, 2000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Laut Neuhaus steht noch nicht fest, wie sich die Preiserhöhung auf die einzelnen Tarife auswirkt. Bei der Kurzstrecke ist jedoch eine deutliche Preissteigerung wahrscheinlich. Debattiert wird auch über die Zeitkarten. Diese Monatstickets sind bei Pendlern beliebt.
Zuletzt gab es 2010 eine Tariferhöhung im VMS-Gebiet. Sie betrug im Schnitt 7,4 Prozent, bei Kurzstreckentickets ging es am stärksten nach oben: von 1,20 auf 1,40 Euro. Zudem wurde zum Beispiel die Reichweite der Fahrkarten im Stadtgebiet von Chemnitz reduziert.
Das Prozedere bei den Preissteigerungen ist aufwendig. Zuerst müssen sich die 25 beteiligten Verkehrsunternehmen einigen. Im aktuellen Fall soll das im März sein. Dann hat die Zweckverbandsversammlung das Wort - ihr gehören die Landräte und die Oberbürgermeisterinnen von Zwickau und Chemnitz an. Letzte Prüfinstanz ist dann die Landesdirektion.
Beim Verkehrsverbund Vogtland ist bislang keine Tariferhöhung für 2012 in Sicht. Dort wurde zuletzt im August an der Preisschraube gedreht. Im Schnitt ging es 7,8 Prozent nach oben, so Chef Thorsten Müller.