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Foto: Peter Kneffel

Smartphone statt Sirene

Das Handy wird immer wichtiger, wenn Gefahren drohen. Das sächsische Hochwasserzentrum plant jetzt eine eigene Hochwasser-App.

erschienen am 16.03.2015

Chemnitz. Ein lauter Sirenenton war bislang das effektivste Mittel, um Menschen im Katastrophenfall zu warnen. Im Zeitalter von Smartphones setzen Behörden aber vermehrt auf eine persönlichere Ansprache - per App. Sowohl in Sachsen als auch bundesweit sind Softwareprogramme auf dem Vormarsch, die die Nutzer über ihre Mobilgeräte über Gefahren wie Hochwasser oder Flächenbrände informieren.

Noch kein Zeitplan

Das sächsische Hochwasserzentrum plant nach Auskunft des Landesumweltamtes noch in diesem Jahr eine eigene Hochwasser-App. Diese soll für den App-Nutzer zum Beispiel ständig aktualisierte Pegelstände bereithalten und auf seine Umgebung hin zugeschnitten sein. Einen konkreteren Zeitraum für die Veröffentlichung nannte das Landesamt nicht. Man werde "warten, bis das System sicher läuft", so Landesamt-Sprecherin Karin Bernhardt.

Eine weitere Hochwasser-App steht im Zentrum eines Forschungsprojektes, an dem das Chemnitzer Software-Unternehmen DMK E-Business beteiligt ist. Ziel ist die sofortige Übermittlung von Wasserständen. Dabei soll auch das "Crowd Assist Monitoring" eingesetzt werden. Anwohner können so etwa mit hochgeladenen Fotos von lokalen Pegelständen zur Berechnung von Daten und Prognosen beitragen. Auch eine Navigationshilfe für Fluchtwege ist geplant. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und ist bis 2016 angelegt. Das sächsische Umweltamt sprach von sinnvollen Ergänzungsmöglichkeiten, die sich zwischen den beiden Hochwasser-Apps ergeben könnten.

Pilotprojekt in NRW

Erst vor wenigen Wochen startete in Nordrhein-Westfalen ein Pilotversuch. Anders als bisher sollen hier nicht nur die Innenministerien der Länder Warnungen absenden können, sondern auch die Feuerwehrleitstellen auf kommunaler Ebene. Diese stecken dann einen genauen Gefahrenkreis in den jeweiligen Orten ab und senden Eilmeldungen auf Smartphones - vom Unwetter- bis zum Bombenalarm. "Mitten in der Nacht hat kaum jemand Fernseher oder Radio angeschaltet, in solchen Situationen ist die App von Vorteil", sagt Katja Evertz vom Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz (BKK), das das Programm entwickelt hat. "Die App hat eine Weck-Funktion und kann umfassende Informationen zum Vorfall und zum empfohlenen Vorgehen geben." Nach Auswertung der Testphase werde die App auch anderen Bundesländern zur Verfügung gestellt, informierte die Vize-BBK-Sprecherin Katja Evertz. Ausgedient haben die klassischen Sirenen deshalb übrigens nicht. Auch sie können über die Feuerwehrleitstellen angesteuert werden.

 
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Kommentare
3
(Anmeldung erforderlich)
  • 16.03.2015
    19:48 Uhr

    Haini: Man merkt sofort, wer diese tolle Neuerung bestellt und bezahlt. Leider (oder Gott sei Dank) wohnen aber nicht alle Sachsen in DD. An den Flüssen, die als erste und sehr schnell über die Ufer treten (z.B. kleine Striegis in Hainichen) gibt es nicht einmal eine Meßstelle. Die Anstrengungen zum Hochwasserschutz bestehen in alle Jahre für viel Geld in Auftrag gegebenen Gutachten. Woher soll bitte die Warnung für die App kommen. Denken die Verfechter derartiger Zukunftsideen etwa, jeder Bürger nimmt ein Smartphone mit ins Bett, um auch nur jeden Unsinn nicht zu verpassen. Beim letzten Hochwasser habe ich erst richtig gemerkt, wie wichtig eine Sirene ist bzw. wäre, denn hier in Hainichen gibt es keine mehr. Also saß man ohne jede Information da, schlimmer als in der DDR und vorher. Der Katastrohenschutz gleicht einer Katastrophe, da nützt auch eine App nichts. Der für Warnungen der Bevölkerung wichtige Mittelwellensender in Wilsdruff (mit jedem Taschenradio in ganz Sachsen problemlos zu empfangen) wurde übrigens im Jahr 2014 abgeschaltet. Das dafür angebotene "DAB+" ist auch nur in den Großstädten zu empfangen.

    0 1
     
  • 16.03.2015
    17:58 Uhr

    kartracer: Das Smartphone wird immer mehr zur Gefahr, nicht nur
    wenn sie droht!!!

    0 1
     
  • 16.03.2015
    09:38 Uhr

    mias: ...hoffentlich ersauf ich nicht!
    Ich möchte nämlich kein Telefon mit Internet und Apps, sondern eins zum telefonieren.
    Aber Spaß bei Seite, nur weil es technisch möglich ist, muss man nicht jeden Sch... hinterher laufen!

    0 4
     

 
 
 
 
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Wieso gab es im Iran sogenannte Arier?
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Stimmt es, dass wir Deutschen und Iraner verwandt sind, weil unsere Vorfahren Arier waren? Was hat es mit den Ariern aus dem Iran auf sich und wieso wurde das Arische im Dritten Reich so hervorgetan? (Die Fragen stellte Siegfried Meier aus Niederwürschnitz.)

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