Züge des Chemnitzer Modells fahren bereits heute nach Stollberg. Für den weiteren Ausbau des Streckennetzes werden aber neue Spezial-Fahrzeuge benötigt. Ob die pünktlich geliefert werden, ist mehr als fraglich. Züge des Chemnitzer Modells fahren bereits heute nach Stollberg. Für den weiteren Ausbau des Streckennetzes werden aber neue Spezial-Fahrzeuge benötigt. Ob die pünktlich geliefert werden, ist mehr als fraglich.

Foto: H. Schmidt/Archiv

Chemnitzer Modell: Neue Züge womöglich nicht rechtzeitig fertig

Nicht alle der bestellten Fahrzeuge werden bis zur Fertigstellung des Hauptbahnhofes zur Verfügung stehen

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 sollen die Bahnen des Chemnitzer Modells ins Bahnhofsgebäude ein- und anschließend weiterfahren können. Beim wichtigsten Nahverkehrsprojekt der nächsten Jahre in der Region werden Stadt und Umland auf dem Schienenweg verbunden. Bahnen aus beziehungsweise in Richtung Burgstädt, Mittweida und Hainichen sollen dann bis ins Zentrum von Chemnitz rollen.

Nur könnte zu diesem Zeitpunkt zwar der Umbau des Hauptbahnhofes abgeschlossen, nicht aber alle notwendigen Züge angeschafft sein, wie Harald Neuhaus, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS), bei einer Debatte im Stadtrat auf Nachfrage einräumte: "Wir werden möglicherweise nicht alle Fahrzeuge 2014 haben", antwortete er auf eine Anfrage des Chemnitzer Stadtrates Detlef Müller (SPD). Zur Not müsse man mit weniger Fahrzeugen starten. "Wir werden mit dem Gewinner der Ausschreibung, die im Spätsommer beginnt und etwa ein Vierteljahr dauern soll, und frühzeitig auch mit den Zulassungsbehörden zusammen arbeiten", sagte Neuhaus.

Das Zulassungsverfahren ist der Knackpunkt. Hintergrund: Die Fahrzeuge für das Chemnitzer Modell müssen besonderen Anforderungen genügen und sowohl mit Gleichstrom als auch mit Diesel betrieben werden können: In der Stadt sind sie als Straßenbahn mit Stromabnehmer unterwegs, auf dem nicht elektrifizierten Eisenbahn-Gleisnetz als Dieseltriebwagen. Bei der Genehmigung durch Landes- und Bundesbehörden rechnet Neuhaus mit einem Zeitraum von mehreren Monaten. Stadtrat Müller hält das für unrealistisch. "Die Genehmigung für den Stadtverkehr durch den Tüv geht vergleichsweise schnell. Aber die Zulassung für den Überlandverkehr beim Eisenbahn-Bundesamt dauert meiner Erfahrung nach mindestens zwei Jahre", so der 47-Jährige, der selbst als Lokführer bei der Deutschen Bahn beschäftigt ist. Für die schon bestehende Strecke nach Stollberg war die Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt nicht nötig, weil es sich hierbei ausschließlich um eine Straßenbahntrasse handelt.

Der VMS begründet den späten Ausschreibungsbeginn mit der erst seit wenigen Wochen geklärten Finanzierung des bis zu 50 Millionen Euro teuren Kaufs. "Weil sich die Förderbedingungen mehrfach geändert haben, hat der Freistaat versucht, andere Förderwege zu finden", so Neuhaus. Die nötigen Zuschüsse könnten daher erst im Mai 2012 bereitgestellt werden.

 

 
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Chemnitzer Modell: Neue Züge womöglich nicht rechtzeitig fertig
Umsteigefrei ins Umland
 
erschienen am 22.02.2012 (Von Jürgen Werner und Grit Baldauf)
 
Kommentare
1
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  • 23.02.2012
    15:41 Uhr

    Moderator: In der ursprünglichen Version des Textes hieß es, dass "für die schon bestehende Strecke nach Stollberg die Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt nicht nötig war, weil die Bahnen dort auf Gleisen unterwegs sind, die eine Straßenbahn-Spurweite haben." Das ist falsch. Eine Genehmigung war nicht nötig, weil es sich hierbei ausschließlich um eine Straßenbahntrasse handelt. Der Fehler wurde im Text korrigiert.

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