In diesem Altkleidercontainer in Schwarzenberg-Sonnenleithe wurde Ende Januar die Leiche eines Babys gefunden. Foto: Erzfoto
DNA-Test soll Baby-Mord aufklären
Polizei hat nach Fund eines toten Säuglings in Schwarzenberg noch keine heiße Spur
Zwickau/Schwarzenberg. Exakt 382 Frauen in den Schwarzenberger Ortsteilen Sonnenleithe und Sachsenfeld sowie im benachbarten Beierfeld erhalten am Dienstag und Mittwoch einen Brief von der Polizei. Darin werden sie gebeten, an einem DNA-Reihentest am 19. und 20. März teilzunehmen. Er wird an besagtem Wochenende in der Turnhalle des Schulkomplexes Sonnenleithe stattfinden. Aufgefordert sind alle Frauen und Mädchen, die zwischen dem 1. Januar 1965 und dem 31. Dezember 1996 geboren wurden, also zwischen 15 und 46 Jahre alt sind und in diesen Ortsteilen wohnen.
Die Ermittler der Polizeidirektion Südwestsachsen sehen sich zu diesem zeit- und kostenintensiven Schritt gezwungen, da sie auch sieben Wochen nach dem Fund eines toten Neugeborenen in einem Altkleidercontainer in Schwarzenberg noch immer keine konkreten Hinweise zur Mutter haben. "Ein Aufsehen erregendes Tötungsdelikt ist damit weiter ungeklärt", räumte der Leiter der Mordkommission, Thomas Müller, am Montag im Gespräch mit der "Freien Presse" ein. Fest stehe bislang nur, dass der bei der Geburt voll lebensfähige Junge zwischen dem 4. und 19. Januar in den Container gelegt wurde. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags.
Bisher seien zur Aufklärung des Verbrechens rund 550 Personen befragt worden. Darunter seien 39 Frauen gewesen, zu denen es vage Hinweise gab, die sich aber alle zerschlagen hätten. Von 200 Frauen und Mädchen seien Speichelproben genommen worden, um ihre DNA, also ihren unverwechselbaren genetischen Fingerabdruck, mit dem der Kindesmutter zu vergleichen, der am toten Baby gesichert wurde. "Alle Maßnahmen haben nicht zum Erfolg geführt. Auch nicht die Aussetzung einer Belohnung in Höhe von 5000 Euro durch die Polizei", sagte der Erste Kriminalhauptkommissar.
Voraussetzung für einen DNA-Reihentest ist ein entsprechender richterlicher Beschluss. Der sei vom Amtsgericht Chemnitz erlassen worden. Die anonymisierten Speichelproben würden im Landeskriminalamt Sachsen ausgewertet und anschließend vernichtet, versicherte der Kriminalexperte. Führe diese Maßnahme nicht zum Erfolg, werde man den DNA-Test auf ein größeres Territorium und damit noch mehr Frauen ausdehnen, "aber erst wenn die Proben der ersten Runde ausgewertet sind".
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► PDF: Einwilligungserklärung für Eltern von Minderjährigen
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10:55 Uhr
gelöschter Nutzer: Erschreckend ist:
- dass Redakteure nicht rechnen können. Es sind Mädchen und Frauen im Alter von 14! - 46J. betroffen
- bei der Einwilligungserklärung für Minderjährige wird die DNA-Probe zum Vergleichen von mehreren Proben genutzt werden. Eine Beschränkung auf diesen Fall ist nicht gegeben
- Es gab schon Fälle, wo eben die Probe nach der Maßnahme NICHT gelöscht wurde. Als guter Redakteur sollte man soetwas kennen.
- außerdem sind alle Menschen, die nicht die Kriterien erfüllen, aufgefordert, ihren Ausschluss amtlich bestätigen zu lassen. Männer, Kinder, Frauen aus ganz Deutschland, bitte anreisen und vorstellig werden! ;)