Oelsnitz geht, Kamenz kommt: Bei der Abschlussveranstaltung nahe dem Rathaus übergab Bürgermeister Hans-Ludwig Richter (l.) im Beisein von Kuratoriumspräsident Matthias Rößler den mit 19 Stadtflaggen geschmückten Staffelstab an seinen Kamenzer Amtskollegen Roland Dantz (r.).

Foto: Andreas Kretschel

"Die Stadt Oelsnitz hat Maßstäbe gesetzt"

Kuratoriumsvorsitzender von Organisation begeistert - Landrat: Beste Werbung fürs Erzgebirge

Oelsnitz. Auch bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius kann es in hiesigen Breiten heiß wie am Äquator zugehen. Nicht nur diesen Nachweis hat Oelsnitz mit dem 19. Tag der Sachsen erbracht. "Die Stadt hat Maßstäbe gesetzt. Alles hat bestens funktioniert", lobte der Kuratoriumsvorsitzende des Tages der Sachsen, Matthias Rößler, die Stadt bei der Staffelstabübergabe an Kamenz, Ausrichter der Sachsenfete 2011.

Insgesamt 380.000 Feierlustige aus Sachsen und weit darüber hinaus waren laut Veranstalter in die Bergarbeiterstadt gekommen. Schon am Freitag fanden sich 100.000 Leute ein. Trotz einiger Regenschauer begaben sich am Samstag 160.000 Besucher auf den Weg in die Feststadt. Und weitere 120.000 wurden für Sonntag geschätzt. Bürgermeister Hans-Ludwig Richter machte kein Geheimnis daraus, warum alles so gut lief: "Wir haben das Wort ,ich' durch ,wir' ersetzt und gemeinsam für einen tollen Tag der Sachsen gesorgt." Vom Helfer an der Straßenecke über den Würstchenverkäufer und vom Vereinsmitglied bis hin zum Kuratorium und dem Ministerpräsidenten haben alle an einem Strang gezogen. "Selbst Petrus tanzte nicht aus der Reihe", freute sich Richter.

Der Oberbürgermeister von Kamenz, Roland Dantz, gab zu: "Die Oelsnitzer haben die Latte für uns hoch gelegt." Umso mehr freue er sich, dass seine Stadt bei der Vorbereitung des 20. Tages der Sachsen auf die Erfahrungen der Oelsnitzer zählen darf. "Und das schöne Wetter nehme ich ganz einfach in ein paar Tupperdosen mit und halte es bis nächstes Jahr frisch", ulkte er im "Freie Presse"-Gespräch.

Der Sachsentag klang am Abend mit einer tollen Abschlussfete an der dicht umringten Hitradio-RTL-Bühne aus. Nach Beinwirbeln der Boogy Legs Stollberg sowie der Funkengarde und Showtanzgruppe der Oelsnitzer Carnevalsvereinigung gab's Dixieland von der Gruppe New Meadows und bekannte Erzgebirgslieder vom Männerchor Sachsentreue aus Neuwürschnitz. Beim Steigerlied stimmte das Publikum mit ein. Anschließend gaben Kulturgruppen aus Kamenz schon einen ersten Vorgeschmack auf den Jubiläums-Sachsentag 2011.

Weder der kurzzeitige Regen am Samstag noch die dann und wann dicken Wolken konnten die Freude der Besucher über die drei Festtage hinweg trüben. Auch zum Festumzug Nachmittag war die Strecke bis in die Seitenstraßen hinein dicht mit Neugierigen besetzt. An allen Tagen flanierten Menschenmassen durch die Straßen und Gassen, um sich zu amüsieren oder zu informieren. Zumeist ging es zwischen den einzelnen Angeboten nur im Schritttempo vorwärts.

Auch Landrat Frank Vogel zollte der Erzgebirgsstadt ein dickes Lob: "Das war nicht nur beste Werbung für Oelsnitz, sondern für den ganzen Erzgebirgskreis." Mittlerweile könne er bei Dienstberatungen mit seinen Amtskollegen unwidersprochen den Erzgebirgskreis als das Herz Sachsens bezeichnen. "Schließlich sieht jeder, mit wie viel Herzblut hier Veranstaltungen organisiert werden, egal ob Tag der Sachsen oder das noch laufende Musikfest Erzgebirge." Und Landtagsabgeordnete Uta Windisch ist sich nach dem Erfolg des Sachsentages sicher, dass nunmehr "wohl kein Minister bei einem Termin in Oelsnitz fälschlicherweise im Vogtland aufschlagen wird."



 
erschienen am 05.09.2010 ( Von Andreas Luksch )
 
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