MZ Blick in die MZ-Produktion.

Foto: Torsten Schilling (Archiv)

MZ kündigt Hybrid-Roller für September an

Zehn Testfahrzeuge vom Typ EL3 sollen dann bereitstehen

Zschopau. Vollbeschäftigung bei MZ: Gegenwärtig sind alle 26 Mitarbeiter der Motorenwerke Zschopau GmbH in Hohndorf an Bord, es gibt keine Kurzarbeit, so Geschäftsführer Martin Wimmer. Wie lange das so bleiben wird, kann er allerdings nicht mit Bestimmtheit sagen: "Wenn der Verkauf des Elektrorollers Charly im Juli anzieht, können wir sicherlich so weitermachen." Zwölf Mitarbeiter sind in der Produktion tätig, fünf befassen sich mit dem Rennsportprogramm und neun arbeiten in der Verwaltung.

Mit der Banken-Absage im März galt es für die Geschäftsführung, zunächst umzudenken. Damals waren die Kreditgeber für die Wiederaufnahme der Produktion von 125er Motorrädern unerwartet abgesprungen. Wenige Tage darauf folgte der Einstieg von MZ in die Moto2-Rennsportklasse. Die eigentlich für April geplante Fertigung des mit einem Lithium-Ionen-Akku getriebenen Elektrorollers Emmely EL1 wurde seitdem nicht weiter vorangetrieben, räumt Martin Wimmer ein. Das gleiche trifft auf die Entwicklung eines Motors für Mikroblockheizkraftwerke zu, die in Einfamilienhäusern sowohl Wärme als auch Strom erzeugen. Beides wollte MZ ohne Banken aus eigener Tasche stemmen.

Schon in Kürze möchte der MZ-Boss nun zeigen, dass es neben dem Engagement auf sportlichem Gebiet auch mit den angekündigten Innovationen für den Alltagsgebrauch vorangeht. Hierfür steht zunächst der Hybrid-Roller Emmely EL3, der sich wahlweise mit einem Elektro- und einem Benzin-Motor antreiben lässt. Wimmer: "Die Teile kommen aus China, zusammengebaut wird der Roller in Hohndorf." Im September sollen die ersten zehn Fahrzeuge für Testzwecke bereitstehen, kündigt der Firmenchef an, der damit das Thema Hybrid-Antriebe für Zweiräder als einer der ersten Anbieter in Deutschland besetzen möchte. Wenn die Produktion später in die Masse geht, sei MZ aber auf die Hilfe von Banken angewiesen. "Die Schere zwischen Ausgaben für Materialbeschaffung und Verkaufseinnahmen wird dann einfach zu groß", sagt Wimmer, der ständig in Verhandlung mit Kreditgebern steht.

Derweil will MZ in den nächsten zwei Wochen die ersten 20 Elektro-Mountain-Bikes anfertigen - eine Auftragsarbeit für die Firma Third Element. Die Entwicklung des Münchener Unternehmens soll im Gelände 45 Kilometer pro Stunde schaffen. "Bis Ende August wollen wir 100 Stück fertig haben, die weitere Produktion hängt dann vom Abverkauf ab."

 
erschienen am 05.07.2010 ( Von Mike Baldauf )
 
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