"Die Ärzte" starteten am Montag unter dem Pseudonym "Laternen-Joe" in Zwickau ihre Club-Tournee. "Die Ärzte" starteten am Montag unter dem Pseudonym "Laternen-Joe" in Zwickau ihre Club-Tournee.

Foto: Ralph Köhler

Stille Post und der Schrei nach Liebe

Wie man Karten für ein Konzert von "Laternen-Joe" kauft und mit den Ärzten in Zwickau rockt

Zwickau. Es gibt Vermarktungsstrategien, die sind einfach genial. Dazu zählt die Taktik "Stille Post". Einer erzählt einem anderen etwas Neues. Der Zweite plaudert mit dem Dritten, der Dritte mit dem Vierten und so weiter. In der heutigen Zeit funktioniert das Dank Internet grenzenlos und sekundenschnell.

So geschehen Ende März. Die Nachricht: Die Punkband "Die Ärzte" startet unter dem Pseudonym "Laternen-Joe" in Zwickau ihre Club-Tournee. Karten gab es laut Mundpropaganda nur im Internet und nur unter Angabe des Namens samt Ausweisnummer. Die Stille Post war in vollem Gang. Sind sie es? Oder doch nicht? Das Gerücht entwickelte sich rasch zum Fakt, weil es oft genug wiederholt wurde.

Indizien für den Auftritt der "Ärzte" wurden gesucht und zuhauf gefunden. Die 1800 Karten für das mysteriöse Könnte-Sein-Konzert verkauften sich binnen weniger Stunden. Auf den Tickets steht, dass "Laternen-Joe" zu hören sein wird. Die Band hat eine professionell gestaltete Internetseite, ist nach eigenen Angaben seit drei Jahrzehnten erfolgreich und der Sound zum Online-Abspielen hört sich irgendwie verdammt nach Ärzte-Gitarrist Farin Urlaub an...

Nicht nur in Zwickau ging die Gerüchte-Strategie perfekt auf. Auch die anderen sieben Clubkonzerte für "Laternen-Joe" in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind ausverkauft. Am Montag nun die Stunde der Wahrheit. Hat die Stille Post funktioniert? Ja! Pünktlich um 20 Uhr betraten "Die Ärzte" in Zwickau die Bühne. Und nur jene durften live auf den "Schrei nach Liebe" hoffen, die der Stillen Post vertrauten.

Von Grit Strietzel

 

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erschienen am 18.04.2011
 
Kommentare
2
(Anmeldung erforderlich)
  • 19.04.2011
    09:46 Uhr

    Moderator: Das hat nichts mit armseliger Presseleistung zu tun, sondern mit einem vom Veranstalter ausgesprochenen Presse- und Fotoverbot - unsere Autoren waren quasi privat im Konzert. Ihre Kritik müssten Sie also besser an die Band richten.

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  • 19.04.2011
    09:21 Uhr

    pillorello: ein paar fotos vom konzert waren wohl nicht zu bekommen? armseelige presseleistung.

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