Ticker zum Chemnitzer Friedenstag

18.30 Uhr: Der Nahverkehr kommt wieder in Gang. Die CVAG geht davon aus, dass alle Linien ab 19 Uhr weitgehend nach Takt bedient werden können.

17.20 Uhr: Der Aufmarsch ist vorüber, es hat unseres Wissens nach keine Abschlusskundgebung am Hauptbahnhof gegeben.

17.00 Uhr: Der Zug erreicht den Bahnhof.

16.19 Uhr: Die CVAG empfiehlt, bis gegen 17 Uhr nicht in Richtung Stadt zu fahren, da es dort für Fahrgäste nicht weitergeht.

16.02 Uhr: Mindestens drei Verletzte durch Einsatz von Pfefferspray.

15.56 Uhr: Die Polizei hat die Sitzblockade an der Zentralhaltestelle aufgelöst. Der Versuch, die Rechten bei deren Ankunft dort zu stoppen, schlägt fehl. Blutende Nasen bei einigen Blockierern.

15.52 Uhr: An der Kaßbergauffahrt stoppt der Marsch der Rechten für eine Kundgebung.

15.50 Uhr: Schlägereien zwischen Polizei und Gegendemonstranten an der Zentralhaltestelle. Linke versuchen die Gleise zu blockieren und werden von der Polizei weggetragen.

15.42 Uhr: Der rechte Aufmarsch ist am Gleisdreieck (Theaterstraße/Hartmannstraße) angelangt. Polizisten versuchen, die Rechten von den Gegendemonstranten abzuschirmen.

15.25 Uhr: Beide Lager treffen aufeinander. Es wird laut. "Nazis raus"-Rufe. Einzelne linke Demonstranten greifen nach Kieselsteinen. Aber die Polizei steht hinter ihnen.

15.09 Uhr: Der Zug zieht gen Stadtbad. Jetzt haben sich dort etwa 800 Gegendemonstranten eingefunden. Erste "Nazis raus"-Rufe.

15.00 Uhr: Der Marsch der Rechten startet am Hauptbahnhof in Richtung Georgstraße. Es sind etwa 400 Teilnehmer - aber in der ganzen Stadt offenbar auch nicht mehr Gegendemonstranten.

14.25 Uhr: Die Polizei hat nochmals versichert, dass die Demonstration der Rechten über den Innenstadtring verlaufen wird. Derzeit halten sich am Bahnhof 300 bis 400 Teilnehmer auf. Demonstrieren dürfen sie bis 19 Uhr.

14.03 Uhr: Hub-Hub-Hubschraubereinsatz über der Innenstadt, Kommentar von Rud91 auf Twitter: Jetzt machen sie den Kessel am Wall schon von oben zu, damit mir keiner weg fliegt

14.02 Uhr: Am Gleisdreieck (Theaterstraße/Hartmannstraße) haben Polizisten rund 60 junge Demonstranten blockiert, die die Rechten "in Empfang nehmen" wollen.

13.36 Uhr: Am Bahnhof haben sich bisher etwa 150 Rechte versammelt. Die Polizei zieht ihre Kräfte in der Nähe des Bahnhofes zusammen. Reisende, die zum Bahnhof wollen oder am Bahnhof ankommen, werden teilweise von Polizisten aus und zum Bahnhof begleitet.

12.58 Uhr: Der Versuch, der Polizei, die Sicht auf den geplanten Aufzug der Rechten mit Fahrzeugen zu versperren, geht schief. Einzelne Fahrzeuge werden wieder weggefahren. Hier am Stadtbad haben sich ein paar hundert Leute eingefunden.

12.34 Uhr: In der Innenstadt verteilen drei als Ärzte verkleidete Dresdner Schluckimpfungen gegen Faschismus - Zuckerwürfel mit Himbeesirup.

12.08 Uhr: Die Innenstadt ist tot - einzelne Passanten wissen nicht einmal, dass und warum demonstriert wird.

11.24 Uhr: CVAG-Pressesprecher Stefan Tschök erklärt, der Innenstadtverkehr werde bis zum Ende der Veranstaltungen erst an der Zentralhaltestelle bedient. Ob danach die Anschluss-Termine wie im Fahrplan ausgewiesen funktionieren, kann das Unternehmen nicht garantieren.

11.13 Uhr: Auf einem Bildschirm am Neumarkt zeigt ein Bildschirm Bilder vor und nach der Zerstörung von Chemnitz. Besucher können sich in ein Buch eintragen. Ein Mädchen namens Helena schreibt: Ich möchte, dass es auf der ganzen Welt keinen Krieg mehr gibt. Und Edith Franke äußert: Nie wieder Krieg - so sagten wir 1945. Und heute müssen wir dafür etwas tun.

10.58 Uhr: Aus Sicherheitsgründen sind im Innenstadtbereich alle Leitungen der Straßenbahn ohne Strom. Die CVAG fährt den Hauptbahnhof schon seit dem Morgen nicht mehr an. Einzelne Linien werden umgeleitet. Mehr hier

10.46 Uhr: Auf dem Theaterplatz wird es voller. Verdi verteilt Schokomilch unter dem Slogan "Braunes trinken statt Braunes denken". Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erklärt vor dem Hintergrund des geplanten rechten Aufmarschs: Man muss sich manchmal fragen, ob zwischen Recht und Moral das richtige Verhältnis herrscht.

10.27 Uhr: Am Denkmal hinter der alten Post haben 70 Besucher an einer weiteren Kranzniederlegung teilgenommen. Der frühere Oberbürgermeister Eberhard Langer zitierte dort aus Protokollen der Stadtverordnetenversammlung kurz nach dem Krieg.

10.11 Uhr: Auf dem Theaterplatz ist noch nicht so viel los. Etwa 200 Leute sind gekommen. Die Polizei zeigt starke Präsenz. Auf dem Platz liegt ein großes Transparent. Aufschrift: Kein Sex mit Nazis.

9.36 Uhr: Brigitte Glänzel gehört zu den Chemnitzern, die die Bombardierung mit erlebt haben. Sie sagt, für sie sei es Pflicht, der Geschehnisse zu gedenken. Deshalb war sie bei der Kranzniederlungdabei.

9.35 Uhr: Die Kranzniederlung ist beendet. An ihr haben auch rund 30 Rechte teilgenommen. Es bleibt ruhig.

9.11 Uhr: Rund 100 Menschen haben sich am Mahnmal auf dem städtischen Friedhof versammelt. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erinnert daran, dass sich der 5. März 1945 ins Gedächtnis der Chemnitzer Bürgerschaft eingebrannt hat. Die Wunden der Zerstörung seien lange in der Stadt sichtbar geblieben.

 
erschienen am 05.03.2011
 
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