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Was wussten die Geheimdienste vom NSU?

Ein Verfassungsschützer ist am letzten Tatort der Migrantenmord-Serie dabei, verschwindet und fachsimpelt später mit Kenntnissen zur Waffe. Nicht nur sein Neonazi-V-Mann hat Kontakt ins NSU-Umfeld. Hessische Geheimdienstler und der BND begleiten den NSU von der Wiege bis zur Bahre. Hängt alles zusammen? Mögliche Antworten liegen unter Verschluss - bis mindestens 2042.

Von Jens Eumann
erschienen am 21.03.2016

Kassel/Eisenach. Manchmal dreht die Polizei den Spieß um. Dann kommt es dazu, dass nicht der Geheimdienst Menschen abhört, sondern dass stattdessen Geheimdienstler abgehört werden. Im Mai 2006 war das der Fall. Der Grund: In dem hauptamtlichen hessischen Geheimdienstmann Andreas T. machte man einen Komplizen bei einem Mord aus.
Der damals 39-Jährige galt als Verdächtiger, als am 6. April 2006 der 21-jährige Halit Yozgat in seinem Internet-Café in Kassel erschossen wurde.

Die Verdachtsmomente: Andreas T. war zur Zeit des Mordes am Tatort gewesen - wie noch vier weitere Kunden. Anders als die anderen aber hatte er, just als die Schüsse auf den Besitzer fielen, die Räume des Internet-Cafés verlassen. Auf einen Aufruf der Polizei, der unerkannt verschwundene Zeuge möge sich melden, reagierte er nicht. Einer der anderen Zeugen aber beschrieb den Unbekannten genau. Eine Plastiktüte habe er in der Hand gehabt, eine langgezogene Tüte mit dunklem, schwerem Inhalt.

 
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Kommentare
4
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  • 08.04.2016
    06:00 Uhr

    aussaugerges: So wurde der Osten auch etwas ,,Braun" gemacht.

    0 2
     
  • 23.03.2016
    23:28 Uhr

    Freigeist14: PeKa,da könnse Recht haben.Der BND als Nachfolgedienst der "Organisation Gehlen" wusste auch schon lange Bescheid,wo sich
    Adolf Eichmann versteckt hielt.Der Mossad kam in dennoch auf die Spur und führte ihn seiner gerechten Strafe zu.
    Einem Dienst,der von alten Nazis gegründet wurde,sollte man grundsätzlich mißtrauen.

    1 2
     
  • 23.03.2016
    18:56 Uhr

    PeKa: Am besten die deutschen Geheimdienste alle auflösen und deren Überwachungsaufgaben dem israelischen Mossad übertragen! Dabei käme was Gescheites heraus.

    2 2
     
  • 22.03.2016
    19:28 Uhr

    581302: Vielen Dank für diese erschreckende Recherche zum NSU- Prozess und seinen Hintergründen. Nie habe ich bisher so detailierte Informationen bekommen, wie in der tiefgründigen Recherche Ihres Journalisten Jens Eumann. Die Verstrickung staatlicher Organe (Dienste), die eigentlich zu unserem Schutz vor brauner Gewalt und Terrorismus ins Leben gerufen wurden, offensichtlich aber selber involviert sind, ist beängsichtigend und erinnert stark an die Anfangszeit der BRD, wo Nazis, SS- Bonzen und Massenmörder sich in den Staatsdienst eingeschlichen hatten und ihrer Ideolgie weiter frönen konnten.
    Ich hoffe nur, dass Herr Eumann wegen seiner Recherchen nicht selber Probleme mit den "Diensten" bekommt.
    Vielen Dank für diesen aufschlußreichen Artikel.
    Jürgen Rothe

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