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An der Sicherheitstechnik nicht sparen

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Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Türkommunikations-Systeme ergänzen mechanische Technik

Chemnitz. In Deutschland wird alle zwei Minuten eingebrochen. Etagenwohnungen trifft es genauso wie Eigenheime. Dennoch befolgen einer Umfrage von Immowelt.de zufolge nur 42 Prozent der Deutschen die Ratschläge der Polizei zur Sicherung ihrer vier Wände. "Zwar lässt sich eine Wohnung nicht hundertprozentig gegen Einbruch schützen, doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ungebetenen Gästen ihren 'Besuch' so schwer wie möglich zu machen", sagt Hartmut Zander von der Initiative Elektro-plus. "Das ist besonders in der Urlaubszeit wichtig, wenn Wohnungen und Häuser mehrere Wochen leerstehen."

"Vorbeugenden Schutz - speziell bei Abwesenheit der Bewohner - bietet aber nur die richtige Sicherheitstechnik", macht Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir!", deutlich. An mechanischen Tür- und Fenstersicherungen sowie Alarmanlagen scheitern in der Regel knapp 40 Prozent der Einbrüche. Der Einbau von Sicherheitstechnik sollte immer vom Fachmann erfolgen, denn eine fehlerhafte Installation macht die hochwertigsten Vorrichtungen wirkungslos.

Hochwertige Schließzylinder

Für die Türsicherung ist der Schließzylinder eines Schlosses ein wichtiges Element. Hochwertige Schließzylinder erschweren die häufigsten Einbruchsmethoden. Dazu gehört das Abbrechen des Zylinders mit einer Zange. Das ist möglich, wenn der Zylinder mindestens drei Millimeter über das Türblatt ragt. "Den Unterschied zwischen normgerechter und zeitgemäßer Schließtechnik macht aber das Innenleben des Zylinders aus, und das kann man von außen nicht sehen", erläutert Thomas Schulz, Sicherheitsexperte eines Unternehmens für Schließlösungen und Sicherheitssysteme und der Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir!". Die Gefahr des Aufbohrens verhindert ein spezieller Anbohrschutz im Inneren.

Der sicherste Schutz vor Schlüsselkopien ist, die Schlüssel gar nicht in unbefugte Hände gelangen zu lassen. Zusätzlich schützen patentierte und komplexe Schlüsselprofile, die mit einer handelsüblichen Fräse nur schwer kopierbar sind. Eine weitere Einbruchmethode ist das Manipulieren des Schließzylinders durch die sogenannte Schlagschlüsseltechnik oder das Lockpicking, eine Aufsperrtechnik, die mit speziellen Werkzeugen (Picks) funktioniert, ohne einen dafür passenden Schlüssel zu besitzen. Häufig lassen sich gerade Schließzylinder im unteren Preissegment mit dieser Technik relativ leicht öffnen, ohne dass dabei der Zylinder beschädigt wird. "Hier beginnt das Problem: Kann der Einbruchdiebstahl nicht bewiesen werden, zahlt die Hausratversicherung meist nicht", so Thomas Schulz. "Einfache Standardzylinder haben im Privatbereich leider eine sehr hohe Verbreitung, da aus Preisgründen häufig zu Billigzylindern und nicht - wie von Polizei und Versicherungen empfohlen - zu zertifizierten Produkten gegriffen wird", sagt der Fachmann. Effektiven Schutz bieten nur VdS- und DIN-zertifizierte Produkte mit Sicherungskarte, die von qualifizierten Fachhändlern angeboten und montiert werden.

Alarmanlagen zur Abschreckung

Einen guten Schutz vor Langfingern bieten Alarmanlagen. Aufgrund ihrer abschreckenden Wirkung sind sie mechanischen Sicherheitseinrichtungen wie Schlössern oder Spezialfenstern und -türen weit überlegen. Zwar können sie einen Einbruch nicht verhindern, setzen den Einbrecher jedoch einem höheren Risiko aus, auf frischer Tat ertappt zu werden. Bei einer Direktschaltung zur Polizei oder einer Wach- und Schließgesellschaft wird im Alarmfall ein Notruf ausgelöst. Dies kann entweder durch einen stillen Alarm erfolgen oder an eine Sirene gekoppelt sein. Weitere mögliche Maßnahmen sind die Einschaltung der Innen- und/oder Außenbeleuchtung und die Weiterleitung der Alarmierung an eine ausgewählte Telefonnummer.

Hilfreiche Bewegungsmelder

Eine sinnvolle Maßnahme stellen auch integrierte Passiv-Infrarot-Bewegungsmelder dar. Hausbesitzer sollten nicht nur die Haustür und den Eingangsbereich mit einer solchen Anlage versehen, sondern das gesamte Grundstück einschließlich Garten - am besten in Kombination mit leistungsstarken Strahlern, so Experten der Initiative Elektro-plus. Der Markt hält hierfür feuchtigkeitsresistente Automatikschalter bereit. Um Manipulationen zu verhindern, sollten die Bewegungsmelder, genau wie alle anderen Schalter und Steckdosen, stets auch von innen an- und abschaltbar sein sowie einen Dauerbetrieb ermöglichen.

Rollladensteuerung lohnt sich

Rund 80 Prozent aller Einbrüche in Einfamilienhäuser erfolgen über Fenster und Terrassentüren. Elektrisch gesteuerte Rollladen- oder Jalousieantriebe bieten daher nicht nur ein Höchstmaß an Komfort, sondern auch ein Mehr an Sicherheit. Noch bequemer sind Systeme mit Zeit- oder Fernsteuerung, über die man genau festlegen kann, um welche Tageszeit die Jalousien hoch- oder heruntergefahren werden.

Eine weitere Möglichkeit, Anwesenheit vorzutäuschen, bieten digitale Zeitschaltuhren. So kann man je nach Programmierung Lampen und Radios in unregelmäßigen Abständen vollautomatisch an- und ausschalten - und das in jedem Raum der Wohnung oder des Hauses. Hochmoderne Geräte ermöglichen sogar einen Zufallsbetrieb. Ist man zuhause, sorgt eine Türsprechanlage für Klarheit über die Identität des Besuchers - vor allem in Kombination mit einer Videokamera. (fp)

Service

DieInitiative Elektro-plus ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden, der firmenübergreifend Informationen für die Planung und Ausführung von Elektroinstallationen zur Verfügung stellt. Infos zur Sicherheit rund ums Haus findet man im Internet.

► www.elektro-plus.com

 


Sicherheitstipps für Haus und Wohnung

Die Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir!", ins Leben gerufen von den Verbänden der Sicherheitswirtschaft und der Polizei, gibt folgende Tipps für die Sicherheit in Haus und Wohnung:

Immer zusperren: Haus- und Wohnungstüren nicht nur ins Schloss ziehen, sondern abschließen. Auch die Fenster schließen. Sonst kann der Versicherungsschutz erlöschen.

Anwesenheit vortäuschen: Signalisieren Sie Anwesenheit. Lassen Sie Rollläden, Lampen und Radio über eine Zeitschaltuhr regelmäßig an- und ausschalten. Bei längerer Abwesenheit: Bitten Sie die Nachbarn, den Briefkasten zu leeren, informieren Sie Ihre Versicherung.

Mechanische Grundsicherung: Tauschen Sie Ihre herkömmlichen Türen und Fenster gegen speziell einbruchhemmende aus oder setzen Sie auf eine Nachrüstung mit Zusatzsicherungen.

Alarmanlagen bieten Sicherheit und Komfort: Alarmanlagen wirken abschreckend und helfen, den Täter in flagranti zu schnappen. Sensoren können zusätzlich vor Gas-, Feuer- oder Wasseraustritt warnen.

Beratung vom Fachmann nutzen: Polizei und Fachhandel beraten zu Schwachstellen und Schutzmaßnahmen. Tipps, herstellerneutrale Informationen und Kontakte findet man u. a. im Internet.

► www.nicht-bei-mir.de

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