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Sichtlich gezeichnet erschien CFC-Trainer Sven Köhler zur Pressekonferenz, bei der sein Abschied verkündet wurde.

Foto: Harry Härtel

Sven Köhler will nicht mehr - CFC ist weiter auf Trainersuche

Der Chemnitzer FC und Trainer Sven Köhler gehen getrennte Wege. Nachdem der 51-Jährige und Sportvorstand Steffen Ziffert sich nicht über die Bedingungen einer Vertragsverlängerung einigen konnten, sagte auch noch Zifferts Wunschkandidat ab.

Von Thomas Scholze
erschienen am 19.05.2017

Chemnitz. Die Katze ist aus dem Sack. Die halbe Katze. Sven Köhler ist ab Sommer nicht mehr Trainer des Chemnitzer FC. Wer das Ruder übernimmt, ist nach wie vor offen. CFC-Sportvorstand Steffen Ziffert erklärte am Freitag, man habe sich mit Köhler geeinigt, den bis Ende Juni datierten Vertrag auslaufen zu lassen. Die Tür für Köhler sei beim CFC immer offen, sagte Ziffert. Jetzt ist es die Ausgangstür. Bleiben soll Torwarttrainer Holger Hiemann, und in einer neuen Funktion im Verein (eventuell als Trainer einer Jugendmannschaft) auch Köhlers bisheriger Assistent Ulf Mehlhorn.

Wahrscheinlich die Personalie, an der eine Vertragsverlängerung mit dem bisherigen Coach gescheitert ist. Denn Ziffert wollte Köhler eigentlich behalten. "Ich habe nach meinem Amtsantritt viele Gespräche geführt und bin zur Überzeugung gekommen, dass Sven Köhler eine zweite Chance verdient hätte", begründete der Sportvorstand. "So, wie er in den letzten Monaten hier arbeiten musste - ohne Unterstützung und die nötige Rückendeckung -, konnte er kaum mehr erreichen. Dass er ein guter Trainer ist, hat er schon mehrfach bewiesen."

Doch Ziffert wollte Köhler einen neuen Co an die Seite stellen: Sören Osterland. Der 31-Jährige fällt in die derzeit so beliebte Kategorie "junger Konzepttrainer", war bislang im Nachwuchs von Magdeburg, RB Leipzig, Bayern München und Hannover 96 tätig, betreute die ungarische U19-Auswahl und war in der Saison 2015/16 Co von Stefan Effenberg beim damaligen Zweitligisten SC Paderborn. Nun sollte Osterland neue Impulse nach Chemnitz bringen. Erst als Assistent und - nachdem Köhler Ziffert am Mittwochmorgen seine Absage mitgeteilt hatte - dann als Chef. Wenige Stunden war Osterland designierter neuer CFC-Trainer, dann rief er noch einmal bei Ziffert an. Er habe ein Angebot von Manchester United vorliegen, könne beim englischen Topclub in der Scouting-Abteilung arbeiten. Ein Jobangebot, bei dem der CFC nicht mehr mithalten konnte.

Für Steffen Ziffert ging die Trainersuche von vorn los. Namen hat er einige auf dem Zettel, mit einem Ergebnis ist in den nächsten zwei Wochen zu rechnen. Der Neue soll einer wie Osterland und bereit sein, auch in der Regionalliga zu arbeiten. Das Damoklesschwert des Lizenzentzugs schwebt drohend über Chemnitz - eigentlich das viel größere Problem als die Besetzung des vakanten Trainerpostens.

Türpitz verlässt den CFC, Kretschmann hört auf

Auch Philip Türpitz wird den Verein verlassen. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft aus, der 25-Jährige selbst informierte Steffen Ziffert davon, dass er ihn nicht verlängern wolle. "Wir hätten ihn gern behalten, aber wir akzeptieren das", erklärte der Sportvorstand.

Zudem verkündete der langjährige Reha-Trainer Hermann Kretschmann sein Ausscheiden. Der inzwischen 76-Jährige macht auf eigenen Wunsch nach der Saison Schluss. Kretschmann war seit 1988 mit einer kleinen Unterbrechung für den Club tätig.



Foto: Picture Point/Archiv

Kein verschenktes Jahr

Dennis Mast wird am Samstag gegen Rostock wahrscheinlich sein letztes Heimspiel für den CFC bestreiten. Thomas Scholze sprach mit dem 25-Jährigen.

Sind Sie überrascht von Sven Köhlers Abschied?

Es gab viele Gerüchte, jetzt endlich Klarheit. Ich finde es schade für ihn, schätze ihn als sehr guten Trainer. Darüber, wer sein Nachfolger wird, zerbreche ich mir nicht den Kopf. Ich weiß ja selbst nicht, wo ich in der kommenden Saison spielen werde.

In der 2. Liga wieder in Bielefeld?

Das ist möglich. Bei der Arminia hatte ich in der Aufstiegssaison mein bisher bestes Jahr. Den neuen Trainer dort kenne ich noch nicht, wir werden uns unterhalten.

Das Jahr in Chemnitz war für Sie persönlich aber kein verschenktes?

Nein, ich habe mich hier sehr wohlgefühlt, mich nach anfänglichen Problemen stabilisiert, habe viel Spielpraxis gesammelt. Es ist ähnlich wie in Halle alles etwas kleiner, familiärer. Die Stimmung im Stadion war immer gut, auch wenn es zum Saisonende ein paar mehr Zuschauer hätten sein dürfen.

 
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