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Die beiden Brüder Jean (links) und Eliea Awad (Zweiter von links) aus Syrien gehören zu den neun jugendlichen Asylbewerbern, die seit kurzem beim Boxteam Plauen um Leiter Erich Rausch (Mitte) mittrainieren.

Foto: Oliver Orgs

Boxtraining bietet jungen Flüchtlingen etwas Abwechslung

Neun Asylbewerber aus Afghanistan und Syrien gehören seit kurzem zum Boxteam Plauen. Der Kontakt kam nicht zufällig zustande.

Von Anika Heber
erschienen am 24.02.2016

Plauen. Erich Rausch hat nicht lange nachgedacht. Für den Leiter des Boxteams Plauen ist es Alltag, seinen Sport und seinen Verein in den Schulen der Stadt vorzustellen. Dazu gehören seit kurzem auch die sogenannten Daz-Klassen, in denen Flüchtlingskinder Deutsch lernen. Vor wenigen Wochen machte er sich zudem auf den Weg ins Plauener Lehrhotel, wo unbegleitete minderjährige Asylbewerber untergebracht sind. "Es sind jetzt neun Jungs zwischen 14 und 17 Jahren, die bei uns trainieren. So entstehen Kontakte, sie lernen unsere Gepflogenheiten kennen und wachsen ins Gemeinschaftsleben hinein", sagt Rausch. Das ist für ihn ein Weg, wie Integration unkompliziert gelingen kann.

Für die Jugendlichen aus Afghanistan und Syrien ist es zudem eine gute Möglichkeit, etwas Leben in ihren Tagesablauf zu bringen, erzählt Eliea Awad. Der 17-Jährige floh gemeinsam mit seinem Bruder Jean aus Aleppo. Die nordsyrische Stadt ist von Anfang an einer der Brennpunkte im Bürgerkrieg. "Wir sind seit sechs, sieben Monaten hier und können sonst nicht viel machen. Jean und ich mochten schon immer den Sport. Aber in unserer Heimatstadt gab es keine guten Trainingsmöglichkeiten", erinnert sich Eliea.

In Plauen fragte sein Bruder bei ihrer Übersetzerin nach, ob es die Chance gibt, irgendwo zu boxen. Als Erich Rausch dann im Lehrhotel den Verein vorstellte, kam der Kontakt zustande. Der Trainer erzählt auch, dass vom Deutschen Boxverband verschiedene Maßnahmen beschlossen wurden, die helfen sollen, die Flüchtlinge in den Vereinen zu integrieren. "Der Verband hat die Freigabe für die Sportler erteilt, dass sie auch ohne Starterpass an Turnieren teilnehmen können - wenn wir Trainer denken, dass sie soweit sind", so Rausch.

Wieviele Vereine in der Region bisher ähnliches Engagement wie das Boxteam zeigen, lässt sich schwer sagen. Die Verantwortlichen beim Kreissportbund Vogtland erfahren laut Mitarbeiterin Kerstin Hartmann eher zufällig davon, wenn Vereine nachfragen. "Eine flächendeckende Aussage ist momentan nicht möglich. Viele machen es mit Einzelpersonen", sagt Hartmann. Viel erhofft sich der Kreissportbund von einer Informationsveranstaltung am 2. März. Bei der stellen Vertreter des Landratsamtes und des Landessportbunds (LSB) Sachsen Fördermöglichkeiten für Integrationsmaßnahmen vor und geben Auskunft, was die Vereine mit Blick auf die Absicherung der Flüchtlinge beim Training beachten müssen. Vor allem der LSB hat in den vergangenen Monaten viel in dem Bereich getan. "Es gibt direkte Ansprechpartner für das Thema, die fachlich sehr versiert sind", erzählt Kerstin Hartmann. Sie und ihre Kollegen beim Kreissportbund verweisen daher häufig dorthin.

Die Handballer vom HC Einheit Plauen haben unterdessen eine andere Idee. Sie wollen Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung zu einem Heimspiel des Vereins einladen. Ursprünglich sollte das bereits Ende Januar sein. "Das Spiel gegen Burgenland fiel ja leider aus. Wir haben es aber nach wie vor geplant, ein konkreter Termin steht jedoch noch nicht fest", sagt Einheit-Pressesprecherin Sabrina Lux.

 
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