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Jan Pretscheck pendelt von Dresden nach Oelsnitz.

Foto: Thomas Gräf

Die Mission Klassenerhalt beginnt mit einer Überraschung

Die Volleyballer des VSV Oelsnitz haben einen neuen Trainer. Der Dresdener Jan Pretscheck übernimmt die Amtsgeschäfte beim Aufsteiger zur dritten Liga. Auch an der Vereinsspitze gab es eine Veränderung.

Von Thomas Gräf
erschienen am 19.05.2017

Oelsnitz. Beim VSV Oelsnitz laufen die Vorbereitung auf die neue Saison, der zweiten in der dritten deutschen Volleyballiga, auf Hochtouren. Dass der Verein als ersten Zugang diese Woche einen neuen Trainer präsentierte, überraschte dennoch. Immerhin hatte Alexander Krug das Team in der vergangenen Saison - der erfolgreichsten seit dem Aufstieg zur Regionalliga im Jahr 2004 - zur Meisterschaft geführt. Nun will sich der 42-Jährige noch intensiver in seinen Posten als Sportlicher Leiter des Vereins hineinknien.

Mit Jan Pretscheck wurde ein sehr erfahrener Ersatz gefunden. Am Dienstagabend unterschrieb der Dresdener einen Einjahresvertrag. Für den VSV unterzeichnete Sabine Albert, die seit 28. April neue Vereinsvorsitzende ist. Die Lehrerin übernahm die Amtsgeschäfte von Eckart Scharf, der aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten zurückgetreten war. Danach lud Pretscheck seine neue Mannschaft, die er zuvor nur aus einigen wenigen Videosequenzen kannte, zum ersten lockeren Training. Der Kontakt zum ausgewiesenen Fachmann kam über den bereits seit vier Jahren beim VSV aktiven früheren Erstligaspieler Tim Neuber zustande. Er kennt Pretscheck schon sehr lange, wurde von ihm in seiner Jugendzeit vom Berliner TSC zum VC Dresden gelotst. Der 28-jährige Neuber sieht in seinem alten, neuen Übungsleiter "eine der prägenden Trainerpersönlichkeiten meiner Laufbahn".

Alexander Krug erntete viel Lob für den Coup, den der VSV mit der Verpflichtung des erfahrenen Trainers gelandet hat. Pretscheck betreute bereits im Alter von 18 Jahren eigenverantwortlich seine erste Mannschaft und holte mit seinen Teams mehrmals den Titel des Deutschen Jugendmeisters. Zuletzt trainierte der 36-Jährige die Drittliga-Frauen des Chemnitzer PSV, die er auf Anhieb zum Titel führte. Nachdem die Chemnitzer aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg in Liga 2 verzichteten, suchte ihr Coach eine neue Herausforderung. "Einen seriös geführten Verein", sieht Pretscheck, der als Geschäftsführer der Volleyballer des CHV Dresden schon Erfahrungen in Sachen Vereinsführung sammelte, in seinem neuen Club. "Und ich habe auch vom großen Zusammenhalt in der Mannschaft sowie vom tollen Oelsnitzer Publikum gehört und dass der Volleyballsport in dieser Stadt viel Unterstützung erfährt. Auch das waren Gründe, hier Trainer zu werden", sagt Pretscheck. Die VSV-Mannschaft wolle er spielerisch und taktisch weiterentwickeln. Die Chemnitzer Frauen freuten sich in der dritten Liga im entscheidenden Saisonspiel über einen Besucherrekord von 370 Fans - eine Zahl, die der VSV im kleinen Oelsnitz schon mehrfach deutlich überbot.

Im zivilen Leben ist der 36-Jährige Geschäftsführer des Feriendorfes Langebrück in der Nähe von Dresden. "Das ist aber ein Saisonjob, von April bis Oktober. Zwischendrin hab ich Zeit für Volleyball", sagt der neue VSV-Coach, der im Besitz der A-Lizenz ist. Und Zeit braucht der Trainer auch. Dreimal die Woche düst er künftig von seinem Wohnort Dresden nach Oelsnitz, um die Vogtländer zunächst fit für die 3. Liga zu machen und danach mit ihnen die Klasse zu halten. Bisher erst einmal, in der Spielzeit 2012/13, war der VSV in dieser damals neu gebildeten Liga aktiv, stieg aber am Saisonende als Schlusslicht gleich wieder ab. Das soll sich unter der Regie von Jan Pretscheck nicht wiederholen.

 
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