Große Probleme bei Valentino Rossi

Foto: (pixathlon / Abaca)

Italien leidet mit Rossi: "Er tappt im Dunkeln"

Die sportliche Krise von Superstar Valentino Rossi schlägt in Italien hohe Wellen. Nach dem Fehlstart in die neue WM-Saison haben sich jetzt ehemalige Motorrad-Größen aus seiner Heimat in die Diskussion um den früheren Serien-Weltmeister und sein Team eingeschaltet. "Entweder sucht Rossi einen Ausweg aus dieser Situation, oder er muss Ducati verlassen. Er könnte sich eine Auszeit gönnen", sagte Loris Reggiani. Ähnlich schätzt die Situation der zweimalige Weltmeister Marco Lucchinelli ein. "So kann es nicht weitergehen. Weitere 17 Rennen so weiterzumachen, wäre einfach ein Drama."

Rossi war am Sonntag beim Großen Preis von Katar nicht über den zehnten Rang hinausgekommen und dabei sogar hinter dem achtplatzierten MotoGP-Neuling Stefan Bradl geblieben. Anschließend hatte der 33-Jährige seinem Frust freien Lauf gelassen. "Es ist sinnlos. Unsere Lage ist noch schlechter als im vergangenen Jahr." In der letzten Saison war Rossi hinterhergefahren und nur WM-Siebter geworden. Zum ersten Mal in seiner langen Karriere gelang ihm kein Sieg.

"Ich weiß nicht, was mit ihm geschieht, doch so kann es nicht weitergehen. Entweder findet Rossi wieder die alte Demut und arbeitet mehr an der Verbesserung seines Motorrads, oder es gibt keinen Ausweg", sagt Lucchinelli. Claudio Costa, langjähriger MotoGP-Arzt, sorgt sich um seinen Landsmann. "Es ist, als hätte Valentino einen Kinosaal betreten und der Film hat schon längst ohne ihn begonnen. Er tappt im Dunkeln, er sieht nichts. Er ist verängstigt, Rossi muss das Licht wiederfinden. Er darf sich von der Angst nicht überfallen lassen", sagte Costa.

Italienische Medien berichten, dass Rossi bereits Kontakt zu anderen Rennställen aufgenommen habe und über einen Wechsel zur kommenden Saison verhandele. Der Vertrag bei Ducati läuft in diesem Jahr aus. Eine vorzeitige Trennung kommt für das Team nicht infrage. Ohne den Star der Motorrad-Szene droht dem norditalienischen Rennstall eine Sponsorenflucht, was er sich angesichts der Wirtschaftskrise in der Heimat nicht erlauben kann.

 
erschienen am 11.04.2012
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