CDU versucht Schadensbegrenzung
Stadtverband geht auf Distanz zum Ortsvereins-Chef Mitte-Schloß wegen Äußerungen über Bürgerbündnis
Chemnitz. Nach den Äußerungen zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt wächst innerhalb der CDU die Kritik am Chef ihres Ortsverbandes Mitte-Schloß, Marco Freymann. Ines Saborowski-Richter, die für die CDU im Stadtrat und im Landtag sitzt, sprach ihm am Dienstag das Recht ab, seine Einzelmeinung als die der Chemnitzer Christdemokraten auszugeben. "Er kann nicht für alle sprechen", sagte sie. Die am Vortag bekannt gewordenen Äußerungen bezeichnete sie als sehr bedauerlich. "Mit solchen Äußerungen machen wir die Arme auf für Nazi-Propaganda." Und auch Stadtfraktions-Chef Ullrich Müller distanziert sich: "Marco Freymann hat sich provozieren lassen und in einer höchst bedauerlichen Form reagiert."
Freymann hatte in einer E-Mail Parteien, Gewerkschaften und der Kirche vorgeworfen, "antidemokratische und antideutsche" Kräfte zu unterstützen, die die zivilen Opfer der Bombardierung von 1945 verhöhnten. Mitglieder des Bündnisses selbst, das am 5. März der Zerstörung der Stadt und ihrer Toten gedenken und Gesicht zeigen will gegen Rechtsextremismus, bezeichnete er als "Rotfront".
Ines Saborowski-Richter wies Vergleiche der Initiatoren des Friedenstages mit Randalierern zurück. Die CDU begrüße es, dass es mit dem Bürgerbündnis gelungen sei, das Gedenken an die Ereignisse und die Opfer der Bombardierung auf eine breite demokratische Plattform zu stellen. "Zu diesem Aufruf des Bündnisses steht die Chemnitzer CDU und wird sich sicher in großer Zahl am Friedenstag beteiligen."
Für eine Anfrage der "Freien Presse" war Freymann am Dienstag erneut nicht erreichbar. CDU-Kreisverbands-Chef Frank Heinrich, der im Ausland weilt, ließ über Partei-Sprecher Alexander Dierks eine gründliche Auswertung des Briefwechsels ankündigen. So sei es auch nicht unbedingt die feine englische Art, internen Schriftverkehr nach außen zu tragen, sagte er. Dennoch habe sich Freymann - so wörtlich - stark im Ton vergriffen. "Wir werden beiden Gelegenheit geben, sich dazu in der nächsten Sitzung des Kreisvorstandes im März zu äußern." Ausdruck eines Rechts-Rucks in der Chemnitzer CDU sei Freymanns Äußerung hingegen nicht, betonte Dierks: "Wir bekennen uns auch weiterhin deutlich zum Bürgerbündnis am 5. März."
Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) sagte, sie gehe davon aus, dass es sich bei den Äußerungen um eine Einzelmeinung handle. Zugleich fügte sie hinzu, der Chemnitzer CDU-Kreisverband habe mit Frank Heinrich einen Vorsitzenden, "der sich für den 5. März in den vergangenen Jahren ganz stark engagiert hat".



21:52 Uhr
schnuffelduffel: Wollen wir die Paralleldiskussionen zusammenführen, damit wir sie zusammen führen könnnen?
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http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Peter-Patt-kritisiert-Buendnis-zum-5-Maerz-artikel7893201.php
17:07 Uhr
Ampelfrau: @mysaxony: Würden Sie etwas konkretes nennen, könnten wir über etwas konkretes sprechen.
Ich jedenfalls fand in den veröffentlichten Ausschnitten aus Herrn Freymanns Mail nichts, das ich nicht hätte unterschreiben können.
12:05 Uhr
mysaxony: @Ampelfrau: Kennen Sie den Inhalt der E-Mail nicht? Einen Teil zitierten die Zeitungen.
11:11 Uhr
Ampelfrau: @mysaxony: Welche "Vokabular" meinen Sie denn konkret?
10:36 Uhr
mysaxony: @Ampelfrau: Das meine ich ganz und gar nicht. Es geht um das Gedenken, ohne auszublenden, wie es zu dieser Tragödie gekommen ist und wer aus der Geschichte nichts gelernt hat. Aber mit einem solchen Vokabular outet sich einer als Rechtsaußen, sorry. Und: Wem nützt das, wer lacht sich da ins Fäustchen?