Geschäftsführer Christian Bartsch zeigt die Produktionshalle von Zschimmer und Schwarz, die ab nächste Woche erweitert wird.
Foto: Andreas Seidel
Chemiebetrieb erweitert Produktion
Nächste Woche beginnt bei Zschimmer und Schwarz der Umbau der Werkhallen in Mohsdorf - Unternehmen investiert 5,5 Millionen Euro
Mohsdorf. Mohsdorf. Der Mohsdorfer Chemiebetrieb Zschimmer und Schwarz erweitert ab nächste Woche seine Produktion im Burgstädter Ortsteil. 5,5 Millionen Euro investiert der größte Chemiebetrieb der Region in ein neues Gebäude und Reaktoren. Das Unternehmen peilt mit Produktionsstart Juni 2011 höhere Umsatzzahlen an. "Nach der Krise ist die Nachfrage nach Textilhilfsmitteln und Phosphonaten gestiegen", sagt Geschäftsführer Christian Bartsch.
Der 40-Jährige hatte im Frühjahr Gerald Latzel abgelöst, der sich nach 17 Jahren in den Ruhestand verabschiedet hatte. Bartsch war bis zur Schließung des Standortes Elsterberg Werkleiter und Geschäftsführer beim Viskosehersteller Enka.
Lag der Umsatz 2008 noch bei 41,6 Millionen Euro, so erhöhte sich dieser im vergangenen Jahr auf 43 Millionen. "Dieses Jahr können wir noch ein Stück drauflegen", sagt Bartsch. Bereits 2009 habe der Chemiebetrieb festgestellt, dass der Betrieb immer mehr an die Kapazitätsgrenzen stoße. Deshalb habe sich das Mohsdorfer Unternehmen, das zur Firmengruppe Zschimmer und Schwarz mit weltweit 22 Standorten gehört, zur Erweiterung entschieden. Damit soll die Zahl von 140 Beschäftigten und zwölf Auszubildenden auf lange Sicht erhalten bleiben.
Im ersten Halbjahr 2009 hatte auch die erfolgsverwöhnte deutsche Chemieindustrie mit der weltweiten Wirtschaftskrise zu kämpfen. Die Umsätze bei den Textilhilfsmitteln waren in der Firma laut Bartsch um 40 Prozent eingebrochen. "Viele Textilfirmen haben die Tore geschlossen. Wir mussten neue Märkte suchen und haben diese in Indien, Indonesien und Südamerika gefunden", erklärt der Chef.
"Um auf dem hart umkämpften Chemie-Markt bestehen zu können, sind ständig Neuentwicklungen notwendig", erklärt der Geschäftsführer. Monatlich würden weltweit neue Textilhilfsmittel entstehen, die zum Beispiel die Trageeigenschaften von Bekleidung beeinflussen.
Damit die Stoffe eine gewisse Farbbrillanz erhalten, sich beispielsweise weich anfühlen und antistatisch sind, müssten diese mit Textilhilfsmitteln behandelt werden. "Der Outdoor-Bereich und die Entwicklung im Bereich technischer Textilien fordert auch ständig Neues. So müssen Jacken wasserabweisend sein. Oder die Brandschutzbekleidung. Sie darf nicht entflammbar sein. Für all diese Komponenten stellen wir 300 verschiedene Produkte her", erklärt der Geschäftsführer.
Der Geschäftsbereich Phosphonate sei ein wachsender Bereich. Er macht das am Geschirrspülmittel deutlich. "So ein Tab muss immer mehr Eigenschaften aufweisen. Eine Komponente ist die Wasserhärte. Diese können wir mit unseren Phosphonaten beeinflussen", erklärt Christian Bartsch. Phosphonate seien vielfältige Partner in der Industrie. Ihr Einsatz hat wesentlich zur Entwicklung so genannter phosphatfreier Kompakt- und Flüssigwaschmittel beigetragen. Außerdem werden Phosphonate in Kühlwassersystemen, Entsalzungsanlagen und bei der Erdölförderung eingesetzt, wo sie die Ausfällung und Ablagerung schwer löslicher Salze verhindern. Auch als Betonverflüssiger oder bei der Be- und Entschichtung von Metallen spielen die Phosphonate eine große Rolle, so Bartsch weiter.
Stichwort:
Textilhilfsmittel: Fasern, Garne, Gewebe und Gestricke bestehen aus Natur- oder Chemiefasern. Die bei der Herstellung gewünschten Veredlungseffekte, wie Avivieren (Verfahren, um Farben hervorzuheben), Färben, Appretieren (Veredeln von Stoffen), setzen eine Vielfalt von Textilhilfsmitteln voraus.
Phosphonate: Das sind Salze und organische Verbindungen der Phosphonsäure. Sie befinden sich in vielen technischen Anwendungen, wie in Flüssigwaschmitteln und Kühlwassersystemen.


