Umjubelter Star bei den "Filmnächten auf dem Theaterplatz": Schauspieler Moritz Bleibtreu (Mitte), der unter anderem mit Produzent Josef Aichholzer (links) und Schauspielkollege Georg Friedrich (rechts) zur Premiere von "Mein bester Feind" gekommen war.
Umjubelter Star bei den "Filmnächten auf dem Theaterplatz": Schauspieler Moritz Bleibtreu (Mitte), der unter anderem mit Produzent Josef Aichholzer (links) und Schauspielkollege Georg Friedrich (rechts) zur Premiere von "Mein bester Feind" gekommen war.

Foto: Andreas Seidel

Chemnitz: Einen roten Teppich zum Schluss

"Filmnächte auf dem Theaterplatz" zu Ende gegangen - Nun wird an erweiterter Auflage für 2012 gearbeitet

Chemnitz. Jetzt gab es sogar noch einen roten Teppich: Als auf dem am Sonntagabend die Schauspieler Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich, Regisseur Wolfgang Murnberger und Produzent Josef Aichholzer vom Hotel Chemnitzer Hof zum Theaterplatz liefen, blitzten Kameras, brandete der Applaus des Publikums auf, johlten Fans. Zur Deutschlandpremiere von "Mein bester Feind" beim Freiluft-Kino auf dem Theaterplatz war das Team um Murnberger nach Chemnitz gekommen, um ein bisschen Premieren-Fieber zu verbreiten, den Film vorzustellen und dem Publikum viel Spaß zu wünschen, bevor der Streifen auf der Leinwand gezeigt wurde.

Mit "Mein bester Feind" endeten am Sonntag in Chemnitz die ersten "Filmnächte auf dem Theaterplatz" der Dresdner Veranstaltungs-Agentur Pan. Die organisiert seit 20 Jahren die "Filmnächte am Elbufer" in Dresden, wo parallel zu Chemnitz "Mein bester Feind" gezeigt wurde. Nach dem Start des Films in Chemnitz fuhr das Filmteam auch flugs in die Landeshauptstadt, um wiederum dort für Fans und Journalisten parat zu stehen.

Zwar sei er zuvor schon in Dresden gewesen, nicht aber in Chemnitz und auch nicht bei den Filmnächten am Elbufer, "aber das ändert sich ja heute Abend", erzählte ein gut gelaunter Bleibtreu im Hotel kurz vor dem Gang auf dem roten Teppich. Viel von Chemnitz habe er nicht sehen können, "wie das so ist, irgendwann steht das Schild Zentrum da, den Hauptbahnhof habe ich noch gesehen, der nicht so beeindruckend war, und jetzt bin ich auf den Theaterplatz gespannt". Ein Faible für Freiluft-Kino habe er, "wenn es nicht regnet". Und das Publikum am Sonntag, nach Veranstalterangaben rund 900 Besucher, hatte mit einer trockenen Nacht Glück. Die Rolle in dem Film "Mein bester Feind" habe er gern gespielt, erzählte Bleibtreu, weil er unter anderem den österreichischen Regisseur Murnberger sehr schätze. "Er schafft es, Raum für eine Komödie zu lassen, ohne den dramatischen Unterbau zu verlieren. Murnberger findet für so eine Geschichte den richtigen Ton." In der Verwechslungskomödie geht es um einen jüdischen Galeristensohn zur Zeit Nazi-Deutschlands.

Zum Abschluss der Filmnächte zogen die Veranstalter derweil eine positive Resonanz. Insgesamt seien 15.500 Zuschauer seit dem Start am 8. Juli gekommen, sagte Sprecherin Viktoria Franke. Als erfolgreichste Abende zählen ihr zufolge die "Nacht der Oper", eine Kombination aus Konzert und Film mit 1200 Besuchern, die Komödie "Kokowääh" (1000), "Pirates of the Caribbean" (900), "Black Swan" (700), "Harry Potter" (700) und "The Social Network" (600). Im nächsten Jahr werde es eine neue Auflage der Filmnächte in Chemnitz geben. Mit der Stadtverwaltung werde auch über einen Fünf-Jahres-Vertrag diskutiert.

Bei der Neuauflage soll es 2012 auch Konzerte wie bei den Filmnächten in Dresden geben. Neben dem Freiluftkino ziehen dort Konzerte tausende Besucher an. In diesem Jahr traten unter anderem Unheilig und Joe Cocker auf. Und auch nach Chemnitz wolle man die großen Namen holen, sagt Franke. "Chemnitz kann davon profitieren, dass Tourneeveranstalter unserer Veranstaltungs-Agentur auf Grund der guten Erfahrungen in Dresden vertrauen." Wer nach Chemnitz kommen könnte, stehe aber noch nicht fest. Ende September werde die Stadt entscheiden, wie viele Konzerte auf dem Theaterplatz stattfinden dürfen. "Wenn das feststeht, beginnen unsere Planungen mit den Tourneeveranstaltern", so Franke.

Mit den bisherigen Filmnächten zeigt sich die Rathausspitze zufrieden. "Die Veranstalter haben Sommerkino auf hohem Niveau geboten und eine absolut professionelle Arbeit gemacht", sagt Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Es habe alles geklappt, Beschwerden lägen nicht vor. Die Filmnächte seien "wirklich eine Bereicherung für Chemnitz".

 
erschienen am 21.08.2011 ( Von Katharina Leuoth )
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