Die Karl-Liebknecht-Schule an der Mühlenstraße soll im kommenden Jahr zu einem Musik- und Kreativzentrum umgebaut werden. Neben dem Club Atomino, dem Sender Radio T und weiteren Künstlern will auch Sören Gruner mit dem Bandbüro Chemnitz in das Gebäude ziehen.
Foto: Andreas Truxa
Ehemalige Schule am Brühl soll 2012 Kreativzentrum werden
Club Atomino soll in Sporthalle der Karl-Liebknecht-Schule ziehen
Brühl. In der Chemnitzer Kunst- und Kulturszene bahnen sich räumliche Veränderungen an. Während das Atomino - zusammen mit einer Reihe von Kulturvereinen und Projektträgern - in das neu entstehende Musik- und Kreativzentrum in der ehemaligen Karl-Liebknecht-Schule ziehen will, will die Galerie Borssenanger die bisherigen Clubräume am Johannisplatz beziehen.
Die seit 2008 leer stehende Karl-Liebknecht-Schule an der Mühlenstraße soll im kommenden Jahr zu einem Musik- und Kreativzentrum umgebaut werden. In das Schulhaus und die benachbarte Sporthalle sollen unter anderem das Bandbüro, Radio T und der Club Atomino einziehen. Zudem sollen Probenräume, Tonstudios und Künstlerateliers geschaffen werden. Derzeit gibt es etwa 30 Akteure, die das Projekt vorantreiben. Die Stadtverwaltung unterstützt das Vorhaben und steht in Kontakt mit den Initiatoren. Das geht aus der Antwort auf eine Stadtratsanfrage hervor. Demnach hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig eine Absichtserklärung unterzeichnet: Laut dieser können die Träger die Schule für mindestens drei Jahre mietkostenfrei nutzen. Den Betrieb sollen die Vereine und Akteure selbstständig finanzieren.
Um das Gebäude als Musik- und Kreativzentrum nutzen zu können, müssen allerdings bauliche Veränderungen vorgenommen werden, zum Beispiel hinsichtlich Schall- und Brandschutz. Sören Gruner, Betreiber des Bandbüros Chemnitz und einer der Initiatoren, tritt deswegen auf die Bremse: "Im Moment können wir noch nicht abschätzen, wann es richtig los geht." Die Initiatoren hätten einen Bauantrag eingereicht. Wenn der genehmigt sei, könne man auch die Kosten abschätzen. Zudem, so Gruner, sollen Fördermittelanträge gestellt werden. Ein weiterer Schritt sei am Dienstag unternommen worden: Das Bandbüro habe sich als Verein gegründet, um als Mieter in die Liebknecht-Schule einziehen zu können.
Der Umzug des Clubs Atomino in die Sporthalle der Karl-Liebknecht-Schule ist den Diskothek-Betreibern zufolge beschlossene Sache. Am 4. Februar findet die letzte Veranstaltung am Johannisplatz statt, teilte Randy Fischer vom Atomino auf Nachfrage mit. Ende Februar/ Anfang März könnte der Club in seinem neuen Domizil öffnen: "Das hängt aber auch von der Baugenehmigung und dem Wetter ab."
Die von der Diskothek genutzten Räume am Johannisplatz sollen danach nicht lange leer stehen: Die Galerie Borssenanger will das Gebäude beziehen. Das bestätigte Uwe Bullmann, einer der Galeriebetreiber. Hintergrund sei, dass die bisherigen Räume in der ehemaligen Bezirksapotheke ab 2012 saniert werden: Der Flachbau zwischen Gesundheitsamt und Markt-Arkaden soll zu einem Gesundheitszentrum umgebaut werden. Das Atomino-Gebäude sei aufgrund der guten Lage und den großen Räumen ein guter Ersatzstandort, sagt Bullmann: "Wenn das Archäologiemuseum und der Fußgängerbereich fertig sind, ist das eine sehr attraktive Lage."
Einer der Galeriebetreiber, René Marn, ist zudem Miteigentümer des zweigeschossigen Gebäudes. Nach dem Freizug sollen die Räume zur Galerie umgebaut werden, erklärt Bullmann: "Wir wollen den Eingangsbereich erweitern, Trockenbauwände aufstellen und die Beleuchtung erneuern." Ende März könnte dann die Eröffnung stattfinden.


07:15 Uhr
HorrorBeetle: Welche Anwohner meinst du? Im Umkreis von 100m wohnt doch fast keiner mehr!
Das ist ebenso schlimm, ist nämlich eine schöne Lage, die m. E. damit weiter aufgewertet wird!
09:17 Uhr
ramon: In regelmäßiges Naivität wird das Atomino dem Lärmschutz und Anwohnerbeschwerden und die Kreativen dem Brandschutz zum Opfer fallen (natürlich erst, nachdem man eine Menge Kraft investiert hat, dass Ganze zu planen und herzurichten).