Eltern-Beiträge für Kinderbetreuung: Gefälle zwischen Nord und Süd
Am teuersten ist es in Chemnitz, Niederfrohna und Neukirchen
Neukirchen/Taura. Die Gemeinden verlangen für die Betreuung der Kinder in Krippe, Kindergarten und Hort unterschiedliche Beiträge von den Eltern pro Monat. Vergleicht man die Preise, so muss für die Betreuung in der Krippe im Durchschnitt rund 165 Euro, in der Kita 100 Euro und im Hort 57 Euro bezahlt werden.
Dabei ist es für die Eltern in der Region nördlich von Chemnitz preiswerter als westlich und südlich. Die Preisspanne beträgt bei Krippen etwa 50 Euro. So liegt der Elternbeitrag für einen Krippenplatz in Taura, Hartmannsdorf und Burgstädt noch unter 160 Euro pro Monat. In Limbach-Oberfrohna, Niederfrohna, Burkhardtsdorf und Neukirchen zahlen die Eltern mehr als 180 Euro. Der Kita-Platz in Hartmannsdorf, Taura, Burgstädt und Lichtenau kostet für die Eltern weniger als 90 Euro. In Limbach-Oberfrohna, Niederfrohna, Chemnitz, Jahnsdorf, Burkhardtsdorf und Neukirchen müssen die Eltern mehr als 100 Euro zahlen. In der Hortbetreuung sind indes die Preisspannen nicht so unterschiedlich. Nur in Claußnitz kostet der Platz weniger als 50 Euro. In Chemnitz ist die Betreuung mit 65,92 Euro am teuersten.
Der Spielraum für die Gemeinden ist klein, sagt der Gesetzgeber. Die Gemeinden legen die Beiträge innerhalb einer vorgeschriebenen Spanne fest. Dass Eltern mancherorts mehr bezahlen, hat laut sächsischem Sozialministeriums-Sprecher nichts mit Qualität oder Ausstattung zu tun. Die Fläche pro Kind und die Zahl der Erzieherinnen seien vorgeschrieben und für alle gleich. Unterschiede entstehen, weil die Betriebskosten variieren und die Gemeinden ihre Bürger unterschiedlich stark daran beteiligen.
Die Gemeinde Taura beispielsweise hat mit 139,11 Euro für einen Krippenplatz das günstigste Angebot in der Chemnitzer Region. "Wir machen nichts besser als andere Orte", sagt Tauras Bürgermeister Klaus Vivus (parteilos). Die Beiträge würden auf Grundlage der Betriebskosten vom Vorjahr kalkuliert. Da könne es auch mal sein, dass die Preise steigen, weil ein Gebäude saniert oder die Ausstattung erneuert wurde.
Darauf verweist auch Neukirchens Bürgermeister Stefan Lori (CDU), dessen Gemeinde neben Chemnitz die höchsten Beiträge von den Eltern verlangt. Er ergänzt, dass im August 2011 die Gebühren gesenkt wurden, weil die Betriebskosten zurückgegangen waren. Die Einsparung sei an die Eltern weitergereicht worden. Für eine neunstündige Betreuung eines Krippenkindes müssen die Eltern statt bisher 189,73 im Monat jetzt 186,18 Euro zahlen. Ähnlich sei es bei Kita- und Hort-Gebühren. "Wir haben in den vergangenen Jahren viel investiert, um die Kindereinrichtung zu modernisieren", erklärt Lori. Die hohen Beiträge hätten aber nicht zur Folge, dass weniger Kinder angemeldet sind. "Unsere Einrichtungen sind sogar übervoll", fügt er hinzu.
Dass Investitionen aber nicht zwingend eine Erhöhung der Elternbeiträge mit sich bringen muss, zeigt die Stadt Burgstädt. Seit 1996 gab es keine Erhöhung, sagt Josefine Müller vom Hauptamt. Trotz umfangreicher Investitionen, wie der Neubau der Kita in Mohsdorf und des Hortes an der Goetheschule in Burgstädt, sei es zu keiner Preissteigerung gekommen. Das wolle der Stadtrat künftig beibehalten - trotz steigender Kosten in vielen Lebensbereichen, ergänzt Bürgermeister Lars Naumann (FWB). Auch in Lichtenau, Claußnitz und Mühlau wird an den derzeitigen Elternbeiträgen festgehalten. Eine Anpassung trotz Ausgabenerhöhung sei nicht geplant, so der Claußnitzer Bürgermeister Günter Hermsdorf (CDU).
Um die Betriebskosten in den Kindereinrichtungen zu senken, will die Stadt Limbach-Oberfrohna mit den freien Trägern sogar mehr investieren, um beispielsweise energiesparende Elektro- und Heizungsanlagen einzubauen, die Häuser zu dämmen und moderne Fenster einzusetzen, damit der Wärmeverlust geringer wird, erklärt Stadtsprecherin Frances Mildner.


